Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Morgendlichen Weg zur Arbeit aktiv gestalten

Dienstag, 22. März 2016

dpa

London – Wer morgens mit dem Auto zur Arbeit fährt, ist im Durchschnitt schwerer als ein Arbeitnehmer, der zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt. Dies legt eine Beobachtungsstudie der London School of Hygiene & Tropical Medicine nahe, die mehr als 150.000 Teilnehmer in ihre Analyse einbezog. Ellen Flint und Steven Cummins berichten in The Lancet Diabetes Endocrinology (http://dx.doi.org/10.1016/S2213-8587(16)00053-X).

In Deutschland nutzt etwa zwei Drittel aller Arbeitnehmer das Auto, um zur Arbeit zu fahren. Das restliche Drittel verteilt sich etwa gleichmäßig auf öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder einen Weg zu Fuß. Dass sich vermehrte Bewegung im Alltag positiv auf das Körpergewicht auswirkt, ist naheliegend. Wie stark sich jedoch die zusätzliche Bewegung auf die Körpermasse konkret auswirkt, ist laut den Autoren unklar.

In ihrer Studie nutzten die beiden Forscher Daten der UK Biobank. Das Institut sammelt Daten und biologische Proben von rund 500.000 Freiwilligen zwischen 40 und 69 Jahren und dient als Quelle für die Erstellung von Beobachtungsstudien. Die Forscher verglichen bei 156.666 Teilnehmern die Art zur Arbeit zu kommen mit dem Körpergewicht.

Den stärksten gewichtsregulierenden Effekt hatte das Fahrradfahren. Die männlichen Radler wogen verglichen mit den männlichen Autofahrern fünf Kilogramm weniger (BMI-Unterschied= 1,71 kg/m²). Bei den Frauen betrug der Unterschied 4,4 Kilogramm (BMI-Unterschied= 1,65 kg/m²). Für die Fußgänger fiel der Effekt mit 0,98kg/m² (Männer), beziehungsweise 0,8 kg/m² (Frauen) etwas geringer aus.

Sogar für die Bus- und Bahnfahrer konnten die Wissenschaftler einen Gewichtsvorteil beobachten (BMI-Unterschied= 0,7 kg/m²). Die Korrelation ließ sich auch unter Adjustierung von Faktoren wie sozialem Status, sonstiger körperlicher Aktivität und Gesundheit der Teilnehmer nachweisen.

Bei Berücksichtigung des Umstandes, dass eine Reduktion des Körpergewichts von fünf bis zehn Prozent bereits deutliche medizinische Vorteile bringe, plädieren die Forscher dafür, das Auto für den Weg zur Arbeitsstelle zu Hause zu lassen. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19.09.17
Mehr übergewichtige Kinder und Jugendliche in Mecklen­burg-Vorpommern
Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern (MV) leben mehr übergewichtige Kinder als in den Nachbarländern Berlin und Brandenburg. Das geht aus dem ersten Kinderreport hervor, den die AOK Nordost heute......
14.09.17
Darmbakterien beeinflussen Erfolg der „New Nordic Diet“
Kopenhagen – Die „New Nordic Diet“, die dänische Spitzenköche als Alternative zur mediterranen Diät entwickelt haben, führte in einer randomisierten Studie nur dann zur Gewichtsreduktion, wenn ein......
08.09.17
Online-Kampagne für mehr Geld im Kampf gegen Fettleibigkeit
Genf – Angesichts rasant steigender Zahlen von Übergewichtigen und Fettleibigen will die Internationale Adipositas-Gesellschaft die Aufmerksamkeit für das Problem erhöhen. Um Fettleibigkeit in......
17.08.17
Energiedichte Lebensmittel erhöhen das Krebsrisiko unabhängig vom BMI
Tucson – Nicht nur übergewichtige Menschen haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Tumoren. Auch normalgewichtige Personen, die sich ungesund ernähren, leben mit einem um zehn Prozent höheren Risiko......
18.07.17
Künstliche Süßungsmittel: Bisherige Studien zeigen eher Nachteile für die Gesundheit
Manitoba – Wer abhnehmen will, greift gerne zu Produkten, die anstelle von Haushaltszucker kalorienärmere Zuckerersatzstoffe enthalten. Dabei liegen keine Beweise vor, dass Übergewichtige durch......
13.07.17
Hausstaub bringt Fettzellen zum Wachsen und fördert Ansammlung von Triglyzeriden
Durham – Hausstaub enthält Umweltschadstoffe, die Übergewicht begünstigen könnten. In-Vitro-Versuche in einem Mauszell-Modell zeigen, dass bestimmte Substanzen die Weiterentwicklung zu reifen......
10.07.17
Diabetes Typ 2: Wie das Immunsystem zu Insulinresistenz und Übergewicht führt
Köln – Übergewicht kann zu einer chronischen Überaktivierung des Abwehrsystems führen. Welche Immunzellen dabei eine entscheidende Rolle spielen könnten, haben Wissenschaftler der Uniklinik Köln und......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige