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Ausland

Weltweit erhalten nur zwei Prozent der Patienten mit resistenter TB neue Therapie

Donnerstag, 24. März 2016

Genf/Berlin – Auf die Versorgungssituation von Patienten mit resistenten Formen von Tuberkulose (multiresistente Tuberkulose, MDR-TB) haben Ärzte ohne Grenzen hingewiesen. Laut dem Hilfswerk erhalten von den rund 150.000 Betroffenen im Augenblick nur zwei Prozent eine Therapie mit den neuen Medikamenten Bedaquilin oder Delamanid. Ärzte ohne Grenzen fordert anlässlich des morgigen Welt-Tuberkulose-Tages, dass diese Medikamente für mehr Menschen bezahlbar und verfügbar gemacht werden.

Bedaquilin und Delamanid wurden vor zwei Jahren als neu entwickelte TB-Medikamente unter Vorbehalt zugelassen. Sie werden von den Firmen Janssen Pharmaceuticals und Otsuka hergestellt. Laut Ärzte ohne Grenzen können Behandlungregime, die eines der beiden neuen Medikamente enthalten, den Gesundheitszustand von Patienten mit MDR-TB deutlich verbessern.

„Dank dieser neuen Medikamente sehe ich Patienten das Krankenhaus verlassen, die ohne sie gestorben wären“, sagt Yoseph Tassew, medizinischer Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Russland. Es sei aber frustrierend, dass er diese Hoffnung nicht allen Betroffenen bieten könne.

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Die Hilfsorganisation fordert anlässlich des Welt-TB-Tages, Janssen und Otsuka sollten die Medikamente vorrangig in Ländern registrieren lassen, in denen viele Menschen an TB erkrankt seien, und sie in Entwicklungsländern sowie Ländern mit hohen TB-Zahlen bezahlbar machen. Die betreffenden Länder sollten die neuen Medikamente außerdem schnell in ihre Behandlungsrichtlinien aufnehmen.

Ärzte ohne Grenzen fordert außerdem mehr Forschung zu TB: „Auf dem G7-Gipfel in Japan und der nächsten Weltgesundheitsversammlung der WHO sollte eine substanzielle Forschungsförderung beschlossen werden“, sagte Marco Alves von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. Dabei sollten die Kosten für Forschung von den Produktpreisen entkoppelt werden, damit dringend benötigte Medizinprodukte verfügbar und bezahlbar würden.  © hil/aerzteblatt.de

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