Ärzteschaft

Medikationsplan durch Patienteninformation ergänzen

Donnerstag, 24. März 2016

Düsseldorf – Patienteninformationen sollten den Medikationsplan begleiten, auf den gesetzlich Versicherte mit mindestens drei parallel verordneten Arzneimitteln ab Anfang Oktober Anspruch haben. Darauf hat der „Ärztliche Beirat zur Begleitung des Aufbaus einer Telematik-Infrastruktur für das Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen“ in einem Memorandum hingewiesen. „So ließe sich eine bessere Mitarbeit und Nutzung der Medikationspläne durch die Patienten erreichen“, hieß es aus dem Beirat, der auch anbietet, bei der Erstellung der Informationen mitzuarbeiten.

Der Medikationsplan ist ein Teil des sogenannten E-Health-Gesetzes. Der Gesetzgeber hat damit einen Punkt des Arzneimittelversorgungskonzeptes von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände aufgegriffen. Das Gesetz sieht vor, dass alle Patienten, die mehr als drei verschiedene Medikamente einnehmen, Anspruch auf einen strukturierten Medikationsplan haben. Die KBV hat im Gesetzgebungsverfahren deutlich darauf hingewiesen, dass ein Anspruch auf einen solchen Plan erst ab fünf täglich einzunehmenden Arzneimitteln gelten sollte. Denn internationale Studien, Leitlinien und auch Modellprojekte hätten gezeigt, dass die Einnahme von fünf und mehr Medikamenten ein kritischer Schwellenwert sei.

Anzeige

Das E-Health-Gesetz sieht vor, dass der Medikationsplan zunächst in Papierform erstellt wird. Ab 2018 soll der Plan auch elektronisch geführt werden können. Dann müssen die Informationen in den von Vertragsärzten zur Verordnung genutzten EDV-Programmen und in den Systemen der Apotheken einheitlich abgebildet werden. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

popert
am Freitag, 25. März 2016, 17:33

Möglichkeit zur Autorisierung einzelner Medikamente

Es gibt derzeit kein Datenfeld für die Information, durch wen ein bestimmtes Medikament angesetzt wurde.
das ist aber wichtig, denn z.B. ein Hausarzt wird keine onkologischen Medikation verantworten - und der Onkologe keine hausärztliche.
Wer soll dann für den Plan haften?

Nachrichten zum Thema

21.02.17
Berlin – Vertragsärzte sollen künftig bei der Verordnung von Arzneimitteln mit Hilfe der Praxissoftware wirkstoffbezogen über Ergebnisse der Frühen Nutzenbewertung informiert werden. Die......
03.02.17
Modellprojekt für elektronischen Medikationsplan erfolgreich
Mainz – Patienten, die mindestens drei Medikamente dauerhaft einnehmen, haben seit Oktober 2015 einen Anspruch auf einen Medikationsplan, der neben Wirkstoff und Dosierung auch den Einnahmegrund......
01.02.17
Dresden – Sächsische Landesärztekammer und Sächsische Landesapothekerkammer haben ein Strategiepapier für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern verabschiedet. Es gehe darum,......
10.01.17
Berlin/Aachen – Deutliche Kritik am hohen Verbrauch von Magensäureblockern (Protonenpumpeninhibitoren, PPI) in Deutschland hat die Barmer Krankenkasse geübt. 2015 wurden die Medikamente laut einem......
29.12.16
Köln – Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die 14. aktualisierte amtliche Fassung der Anatomisch-Therapeutisch-Chemischen Klassifikation......
01.12.16
Bonn – Für mehr Arzneimittelsicherheit gibt es künftig ein neues Logo: die „Blaue Hand“. Sie kennzeichne behördlich genehmigtes Schulungsmaterial, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und......
28.11.16
Arzneimittel: Zielvereinbarung löst Richtgrößenprüfungen in Niedersachsen ab
Hannover – In Niedersachsen wird es künftig keine Richtgrößenprüfungen mehr geben. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen und die Verbände der Krankenkassen vereinbaren stattdessen für das......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige