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Generali will ab Juli Gesundheitsrabatt für Versicherte anbieten

Donnerstag, 24. März 2016

Berlin – Gesund einkaufen, Sport treiben und Vorsorgetermine beim Arzt wahrnehmen: Die Versicherung Generali will ab Juli in Deutschland einen Tarif anbieten, bei dem Kunden mit gesundheitsbewusster Lebensweise Rabatte oder Geschenke erhalten, wie das Unternehmen nun ankündigte. Seit Mitte Januar bietet die AOK Nordost ein ähnliches Prämienprogramm an – die dazu gehörige Smartphone-App wurde bisher 8.500 Mal heruntergeladen. Doch Gesundheitsprogramme dieser Art sind umstritten.

Das Generali-Programm namens Vitality soll zunächst Kunden angeboten werden, die eine Risiko-Lebensversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, wie der Deutschland-Chef von Generali, Giovanni Liverani, der Süddeutschen Zeitung vom Donnerstag sagte. Es solle auch auf die private Kran­ken­ver­siche­rung ausgeweitet werden. Wann, stehe aber noch nicht fest.

Belohnt werden soll, wer im Supermarkt gesunde Lebensmittel einkauft, körperliche Aktivität per Fitness-Armband nachweist oder regelmäßig ins Fitness-Studio geht. Auch behinderte oder kranke Menschen könnten profitieren, wenn sie sich entsprechend verhielten, sagte Liverani. Zudem werde niemand bestraft. „Der Preis kann nicht höher sein als beim Einstieg.“

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Mit Fitnessstudios und Supermärkten hat Generali demnach bereits Verträge zur Weiterleitung der Daten geschlossen. Es bekomme jedoch kein Sachbearbeiter der Versicherung Einblick, was ein Kunde eingekauft habe oder wo er Sport mache. „Die sehen nur den Score, also den Punktestand“, sagte Liverani.

Genauere Angaben dazu, welche Handelsketten mit Generali kooperieren und wie die unterschiedlichen Waren im Einkaufswagen eingestuft werden, wollte das Unternehmen zunächst nicht machen. Wie die Produkte im Supermarkt bewertet werden sollen, sei „noch in der Abstimmung“, sagte ein Sprecher der Versicherung. Details zu dem Programm und den Kooperationspartnern sollen demnach Ende Juni bekanntgegeben werden.

Gesundheitsprogramme von Versicherungen sind umstritten, weil Kunden damit für einen kurzfristigen finanziellen Vorteil sensible Daten weiterleiten. Der Deutschland-Chef der Generali betonte, die Versicherung werde nur Daten von Kunden verwenden, die damit ausdrücklich einverstanden seien. „Zum Datenschutz muss man sagen, dass unsere Kunden uns ihr Geld für 30 Jahre und mehr anvertrauen, da haben viele kein Problem, uns auch ihre Daten zu geben.“

Die Versicherten sollen für ihr gesundheitsbewusstes Verhalten auf verschiedene Weise belohnt werden. So winken etwa ein Rabatt auf den Mitgliedsbeitrag im Fitnessstudio oder ein Nachlass auf die Versicherungsprämie.

Bei der AOK Nordost locken im Mitte Januar gestarteten Prämienprogramm „FitMit AOK“ für Sport, medizinische Vorsorge oder auch eine Blutspende Sachprämien wie ein Sporttrikot, ein Fitness-Armband oder Laufschuhe. Auch Bargeld oder Spenden sind möglich. Die dazugehörige App lässt sich mit sogenannten Wearables wie Fitness-Armbändern und anderen Gesundheits-Apps verbinden.

Die Generali ist der zweitgrößte Privatkundenversicherungskonzern in Deutschland und hierzulande unter anderem mit den Marken AachenMünchener, CosmosDirekt und der Rechtsschutzversicherung Advocard präsent. Neben dem Vitality-Programm will der Versicherer im Laufe des Jahres unter anderem auch einen Telematik-Tarif in der Autoversicherung einführen, der Vergünstigungen verspricht, wenn die Kunden im Gegenzug Daten über ihr Fahrverhalten offenlegen. Auch anderer Versicherer drängen auf diesen Markt. © afp/aerzteblatt.de

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