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Medizin

Endometriose erhöht Herzinfarktrisiko bei jungen Frauen

Donnerstag, 31. März 2016

Boston – Die Endometriose, das häufig schmerzhafte Vorkommen von Gebärmutter­schleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle, geht vor allem bei jungen Frauen mit einem erhöhten koronaren Risiko einher, das Epidemiologen in Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes (2016; doi 10.1161/CIRCOUTCOMES.115.002224) teilweise mit der Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken in Verbindung bringen, einer häufigen Behandlung der Erkrankung.

Die Endometriose ist häufig mit einer chronischen Entzündungsreaktion und einem erhöhten oxidativen Stress verbunden, die ebenso wie ein atherogenes Lipidprofil bei den betroffenen Frauen langfristig die Entwicklung einer Atherosklerose fördern könnten. Fan Mu vom Brigham and Women’s Hospital in Boston und Mitarbeiter haben deshalb in den Daten der Nurses' Health Study II nach Hinweisen auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko gesucht.

Von den 116.430 Teilnehmerinnen der prospektiven Beobachtungsstudien waren 11.903 an einer laparoskopisch bestätigten Endometriose erkrankt. Diese Frauen litten 1,91-mal häufiger an einer Angina pectoris als Frauen ohne Endometriose, sie erkrankten 1,52-mal häufiger an einem Herzinfarkt und mussten 1,35-mal häufiger mit einem Koronarstent versorgt werden. Bei den Frauen unter 40 Jahren trat der kombinierte Endpunkt aus diesen Ereignissen 3,08-fach häufiger auf. Das Risiko nahm im höheren Alter ab und war nach dem 55. Lebensjahr, in dem die meisten Frauen die Menopause hinter sich haben, nicht mehr vorhanden. 

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Dies führt zu der Vermutung, dass prämenopausale Faktoren eine Rolle spielen könnten. Mu hat insbesondere die Entfernung von Gebärmutter und/oder der Eierstöcke in Verdacht. Tatsächlich waren Hysterektomie und/oder Ophorektomie mit einem 1,51-fachen Anstieg der koronaren Ereignisse assoziiert. Die Behandlung könnte für etwa 40 Prozent aller zusätzlichen koronaren Ereignisse bei Frauen mit Endometriose verant­wortlich sein, rechnet Mu vor. Der Verlust der Ovarien führt zu einem Östrogen­mangel, der bei jüngeren Frauen das Herz-Kreislauf-Risiko steigert, spekuliert Mu. Die Ent­fernung der Gebärmutter könnte durch die Störung der Durchblutung die Funktion der Eier­stöcke beeinträchtigen.

Eine prospektive Beobachtungsstudie kann die Kausalität nicht abschließend beweisen. Andere Faktoren wie die hormonelle Behandlung der Endometriose könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Zu bedenken ist auch, dass koronare Ereignisse vor der Menopause relativ selten sind, so dass die Nutzen-Risiko-Bilanz weiter positiv sein kann, da mit der Entfernung der Ovarien zweifellos auch das Krebsrisiko gesenkt wird. © rme/aerzteblatt.de

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