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Politik

Neue Barmer-Rabatt­verträge für 126 Wirkstoffe

Montag, 4. April 2016

Berlin – Die Krankenkasse Barmer Gek hat die Zuschläge für die achte Ausschreibung ihrer Arzneimittelrabattverträge erteilt. Die neuen Verträge betreffen 126 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem jährlichen Umsatz von rund 980 Millionen Euro. „Die Rabattverträge mit Generikaherstellern haben sich hinsichtlich der Versorgungsqualität sowie der Ausgabensteuerung bewährt“, betonte der Vorstand der Krankenkasse, Mani Rafii.

Neben Exklusivverträgen setzt die Barmer Gek weiterhin auf ein Mehrpartnermodell. Bei 118 sogenannten Losen kommen bis zu drei Bieter zum Zuge. Für 26 Lose erteilte die Krankenkasse Exklusivzuschläge. „Wenn mehrere Produkte zur Auswahl stehen, bietet dies entsprechende Verordnungsalternativen und verbessert somit die Therapietreue der Patienten“, sagte Rafii.

Für sieben Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffkombinationen ging bei der Ausschreibung kein oder kein zuschlagfähiges Angebot ein.

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Im Augenblick hält die Barmer Gek Verträge für rund 270 generisch verfügbare Wirkstoffe mit einem Umsatz von etwa 1,5 Milliarden Euro.

Trotz der erheblichen Einsparungen sind die Rabattverträge umstritten. So warnte der Chefapotheker der Universitätsklinik Tübingen, Hans-Peter Lipp, schon im Jahr 2014, dass Rabattverträge indirekt einen Einfluss auf Lieferengpässe von Arzneimitteln hätten, weil manche Herstellerfirmen komplett aus der Produktion ausgestiegen seien und in der Folge keine Krankenhäuser mehr belieferten. „Es kann nicht sein, dass die Behandlung einer lebensbedrohlichen Infektion mit einem generischen Antibiotikum billiger ist als eine Pizza aus dem Kühlregal“, sagte er auf einer Veranstaltung des Industrieverbandes Pro Generika. © hil/aerzteblatt.de

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