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Medizin

Forscher empfehlen Zurückhaltung beim Einsatz von Antipsychotika bei Parkinson

Dienstag, 5. April 2016

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Ann Arbor – Der Einsatz von Neuroleptika bei Parkinson-Patienten, die unter psycho­tischen Symptomen leiden, sollten mit sehr großer Vorsicht erfolgen. Dafür plädieren Forscher um Daniel Weintraub an der University of Michigan Medical School. Sie berichten in JAMA Neurology über eine möglicherweise erhöhte Sterblichkeit, die mit einer Therapie durch Antipsychotika einhergeht (doi:10.1001/jamaneurol.2016.0031).

Das idiopathische Parkinson-Syndrom kann mit einer Reihe von psychiatrischen Symptomen einhergehen. Neben Depressionen und möglichen demenziellen Symptomen kann es auch zu psychotischen Zuständen kommen. Patienten werden im Verlaufe der Erkrankung oft mit L-Dopa behandelt. Mit andauernder Therapie reagieren die Patienten jedoch immer sensibler auf die Wirkspiegel des Medikaments.

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In der Folge kann es zu einem dopaminergen Übergewicht im Gehirn kommen, was nicht nur Bewegungsstörungen fördert, sondern auch zu psychotischen Symptomen führen kann. Dementielle Symptome können ebenfalls zu diesen psychischen Auffälligkeiten führen. Neurologen behandeln die psychiatrischen Symptome bevorzugt mit atypischen Antipsychotika. Diese greifen weniger stark in den Dopaminhaushalt des Gehirns ein, sodass es zu weniger Interaktionen mit L-Dopa kommt.

Die Forscher um Weintraub untersuchten an 15.754 Patienten mit einem Morbus Parkinson den Effekt einer antipsychotisch wirksamen Medikation. Die Hälfte der Teilnehmer dieser Fall-Kontroll-Studie erhielt im Verlaufe einer dreijährigen Beobachtungszeit (2012 bis 2015) typische und atypische Antipsychotika. Die Forscher untersuchten die Mortalität der Teilnehmer in den folgenden 180 Tagen.

Es zeigte sich, dass bei den antipsychotisch therapierten Patienten die Sterberate um das Doppelte anstieg (Hazard Ratio= 2.35, 95 Prozent, KI= 2.08-2.66) Besonders ungünstig schien in diesem Zusammenhang der Einsatz der typischen Antipsychotika. Verglichen mit Patienten, die atypische Antipsychotika erhielten, zeigte sich eine rund 54 Prozent höhere Sterberate. Aus den Daten konnten die Forscher jedoch nicht sicher rekonstruieren, was die erhöhte Sterblichkeit der Patienten verursachte.

Die Ergebnisse dieser Studie sprechen nach Ansicht der Forscher für ein mögliches Risiko durch den Einsatz der Antipsychotika. Natürlich könne man keine kausalen Schlüsse aus den Ergebnisse ziehen, jedoch sollten behandelnde Ärzte nicht-pharmakologische Interventionen zur Symptomkontrolle in Erwägung ziehen oder den Einsatz der Antipsychotika zeitlich so gut wie möglich begrenzen, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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