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Medizin

Chronische Nierenerkrankung ist vielen Patienten nicht bewusst

Dienstag, 5. April 2016

Mannheim/Düsseldorf – Viele Betroffene wissen nichts von ihrer chronischen Nierenerkrankung. Das berichtet Matthias Girndt vom Universitätsklinikum Halle/Saale auf einer Vorab-Veranstaltung zur Medica Education Conference. Laut einer Studie seiner Arbeitsgruppe ist nur ein Drittel der Patienten bewusst, dass sie unter einer Nierenerkrankung leiden.

„Die chronische Nierenkrankheit verläuft in ihren frühen Stadien ohne Symptome und Schmerzen“, so Girndt. „Viele Betroffene wissen daher leider nichts von ihrer Erkrankung, deren Fortschreiten sich durch verschiedene Maßnahmen verlangsamen ließe“, erläutert der Direktor der Klinik für Innere Medizin II – Nephrologie, Rheuma­tologie, Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Halle (Saale).

Bislang gab es in Deutschland im Wesentlichen Zahlen zu nierenkranken Patienten im dialysepflichtigen Stadium. Danach sind mindestens 80.000 Menschen in Deutschland dauerhaft dialysepflichtig, etwa 23.000 Patienten mussten sich einer Nierentrans­plantation unterziehen.

„Unsere Studie hat ergeben, dass mindestens zwei Millionen Menschen in Deutschland eine chronische Nierenkrankheit mit einer eingeschränkten Nierenfunktion aufweisen“, so Girndt. Insbesondere Diabetiker und Menschen mit Bluthochdruck seien betroffen, diese Erkrankungen verdoppelten beziehungsweise verdreifachten das Risiko für eine chronische Nierenkrankheit. „Dabei sind gerade die so verursachten Nieren­erkran­kungen vermeidbar“, so der Experte.

Für die Studie hatten die Arbeitsgruppe die Ergebnisse der bundesweiten „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland 2008-2011 (DESG1)“ ausgewertet und neben den dort einbezogenen Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren auch Abschätzungen zu Menschen mit 80 Jahren und älter getroffen.

In Anbetracht der Zahlen ist es laut Girndt besonders wichtig, Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu leisten – um gesunde Nieren zu schützen und bereits bestehende Erkrankungen am Fortschreiten zu hindern. © hil/aerzteblatt.de

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