Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Diabetes-Kosten seit dem Jahr 2000 um 24 Prozent gestiegen

Dienstag, 5. April 2016

dpa

Berlin – Auf die steigende Zahl von Diabetikern in Deutschland und die hohe Zahl von Betroffenen, die nichts von ihrer Erkrankung wissen, hat diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe hingewiesen. Die gemeinnützige Organisation fordert im Vorfeld des Weltgesundheitstages am 7. April daher mehr Anstrengungen bei der Vorbeugung und zur früheren Diagnose der Stoffwechselerkrankung.

Laut diabetesDE sind in Deutschland mittlerweile 6,7 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, darunter zwei Millionen Menschen, ohne es zu wissen. Die direkten Kosten, die durch die Diabetes-Erkrankung und die Folgekrankheiten entstehen, betrugen im Jahr 2009 48 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt sind die Kosten seit dem Jahr 2000 um 24 Prozent gestiegen.

„Nach wie vor sterben etwa 75 Prozent der Menschen mit Diabetes verfrüht an kardio­vaskulären Komplikationen“, sagte Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Kinderkrankenhaus Auf der Bult in Hannover. In Deutschland würden jährlich etwa 50.000 Amputationen vorgenommen und Typ-2-Diabetes sei immer noch die häufigste Erkrankung, die zu Nierenversagen und Dialysepflichtigkeit führe. Auch Schäden an den Augen kämen häufig vor: Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 seien 15 bis 20 Jahre nach Beginn der Erkrankung bis zu 80 Prozent betroffen. Jedes Jahr erblindeten etwa 2.000 Menschen aufgrund einer diabetischen Retinopathie. „Es muss mehr für die Prävention und eine frühere Diagnosestellung getan werden“, betonte Danne.

Auf das erhöhte Krebsrisiko von Typ-2-Diabetikern weist die Deutsche Krebshilfe hin. „Viele Krebszellen nutzen Insulin als Wachstumsfaktor. Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel kann so für ein vermehrtes Wachstum von Krebszellen sorgen. Typ-2-Diabetes ist ein Risikofaktor insbesondere für Leber-, Brust-, Darm-, Bauch­speicheldrüsen- und Gebärmutterschleimhautkrebs“, erläutert der Experte der Deutschen Krebshilfe, Michael Leitzmann vom Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin des Universitätsklinikums Regensburg, zum Weltgesundheitstag 2016.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

07.12.17
Kampf gegen Diabetes: WHO lobt Südafrikas Steuer auf süße Softdrinks
Johannesburg – Als Maßnahme gegen Diabetes dürften Cola, Fanta und andere Süßgetränke in Südafrika schon bald deutlich teurer werden. Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) lobte eine vom Parlament......
06.12.17
Gewichtsmanagement in Hausarztpraxis kuriert fast jeden zweiten Typ-2-Diabetes
Newcastle upon Tyne – Ein Typ-2-Diabetes muss kein lebenslanges Schicksal sein. Eine „Heilung“ ist auch ohne Operation möglich: Fast die Hälfte aller Typ-2-Diabetiker, die an einem radikalen......
01.12.17
Diabetes: Erhöhtes Risiko für Depressionen und Suizide
Berlin – Von 6,5 Millionen Diabetikern leiden schätzungsweise 800.000 Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. „Ärzte erkennen die Depression jedoch nur in 30 bis 40 Prozent der......
29.11.17
Adipositas und Diabetes für fast 6 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich
London – Immer mehr Menschen erkranken an Krebs, weil sie übergewichtig beziehungsweise fettleibig sind oder an einem Typ-2-Diabetes leiden. Nach Schätzungen in Lancet Diabetes & Endocrinology......
29.11.17
Neues Fußzentrum will Amputationen bei Diabetikern reduzieren
Regensburg – In Deutschland leiden rund 250.000 Patienten an einem diabetischen Fußsyndrom (DFS), das pro Jahr zu rund 40.000 Amputationen im Bereich der unteren Extremitäten führt. Ein neues Zentrum......
24.11.17
Forschung, sprechende Medizin und digitale Vernetzung für Diabetesversorgung zentral
Berlin – In Deutschland sind etwas 6,7 Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt, darunter etwa zwei Millionen, die noch nichts von ihrer Erkrankung wissen. Etwa 95 Prozent leiden an Diabetes......
22.11.17
Insulinpille kann Typ-1-Diabetes (erneut) nicht vorbeugen
Tampa – Eine tägliche Insulinpille hat in einer randomisierten Studie die Entwicklung eines Typ-1-Diabetes bei Menschen mit erhöhtem Risiko nicht verhindert. Das zeigen die Ergebnisse der „Type 1......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige