NewsPolitikDrogenaffinitäts­studie 2015: Rauschtrinken und Cannabis-Konsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin ein Problem
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Drogenaffinitäts­studie 2015: Rauschtrinken und Cannabis-Konsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin ein Problem

Mittwoch, 6. April 2016

dpa

Berlin – Der Konsum von Tabak und Alkohol bei jungen Menschen ist generell rückläufig. Bei den illegalen Drogen ist Cannabis nach wie vor die mit Abstand am meisten konsumierte Substanz. Das geht aus der repräsentativen Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2015“ hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

„Die Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie zeigen, dass wir in der Drogen- und Suchtprävention auf dem richtigen Weg sind“, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler. „Das Rauchen gehört in Deutschland längst nicht mehr zum Lebensgefühl junger Menschen.“

Aktuell rauchen 7,8 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Raucherquote liegt damit in dieser Altersgruppe auf dem niedrigsten Stand aller Studien, die die BZgA seit den 1970er Jahren durchgeführt hat. Gleichzeitig stieg die Zahl der Jugendlichen, die in ihrem Leben noch nie geraucht haben, weiter an und liegt nun mit 79 Prozent auf dem höchsten Stand. Auch unter den 18 bis 25 Jährigen ist die Raucher­quote mit aktuell 26 Prozent weiter rückläufig, während die Nie-Raucherquote auf 39 Prozent angestiegen ist.  „Das ist eine insgesamt sehr positive Entwicklung“, sagte Heidrun Thaiss, Leiterin der BzGA.

Mortler verwies auf die Aktivitäten der Bundesregierung zur Tabakprävention: Zum 1. April wurden verpflichtende Bildwarnhinweise auf Zigarettenpackungen eingeführt. „Außerdem brauchen wir ein Verbot der Tabakaußenwerbung. Die Wissenschaft zeigt, dass Tabakwerbeplakate gerade junge Menschen ansprechen.“ Bei der Umsetzung eines Tabakwerbeverbots zeigte sie sich zuversichtlich.  

Rauschtrinken immer noch ein Problem
Beim Alkohol zeigt die Drogenaffinitätsstudie, dass Jugendliche und junge Erwachsene weniger Alkohol trinken. Von den 12- bis 17-Jährigen geben aktuell zehn Prozent und von den 18- bis 25-Jährigen 34 Prozent an, dass sie regelmäßig Alkohol, das heißt mindestens einmal pro Woche, trinken (2005: 12- bis 17-Jährige 18,6 Prozent, 18- bis 25-Jährige 40,5 Prozent). Etwa jeder Dritte gab an, noch nie im Leben Alkohol getrunken zu haben. Obwohl die Verbreitung des Rauschtrinkens teilweise zurückgeht, ist sie insgesamt immer noch hoch: 16 Prozent der männlichen und 12,5 Prozent der weiblichen Jugendlichen geben an, dass sie sich mindestens einmal im Monat in einen Rausch trinken, bei den 18- bis 25-Jährigen sind es bei den Männern 45 Prozent und bei den Frauen 33 Prozent.

„Zu viele junge Erwachsene konsumieren Cannabis ­ - es ist nach wie vor die mit Abstand am meisten konsumierte illegale Droge“, betonte BzGA-Leiterin Thaiss.
Knapp zehn Prozent der 12- bis 17-Jährigen erklären, schon einmal im Leben Cannabis konsumiert zu haben. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es bereits 34,5 Prozent. In dieser Altersgruppe ist allerdings die Zahl derjenigen, die in ihrem Leben schon einmal andere illegale Suchtmittel konsumiert haben (Lebenszeitprävalenz) weitaus niedriger: sie liegt bei Ecstasy bei 4,0 Prozent, für Amphetamine ebenfalls bei 4,0 Prozent, für Kokain bei 2,9 Prozent sowie bei den neuen psychoaktiven Substanzen, den sogenannte „Legal Highs“ bei 2,2 Prozent. Im Rahmen der Befragung wurde erstmals auch die Lebenszeitprävalenz von Crystal Meth erfragt. Hier geben 0,6 Prozent der 18- bis 25-Jährigen an, die Substanz schon einmal in ihrem Leben konsumiert zu haben.

Drogenbeauftragte gegen Legalisierung  von Cannabis
„Wer in dieser Situation die vollumfängliche Legalisierung von Cannabis fordert, der sorgt dafür, dass noch mehr Jugendliche zum Joint greifen“, betonte die Drogenbeauftragte. Die Legalisierung von Cannabis für Erwachsene beispielsweise in dem US-amerikanischen Bundesstaat Colorado habe gezeigt, dass dies auch Auswirkungen auf den Cannabis-Konsum von Jugendlichen habe.

Die Drogenaffinitätsstudie der BZgA wird seit 1973 in regelmäßigen Abständen durchgeführt und ist das zentrale Instrument zur Erfassung von Trends im Suchtmittelkonsum junger Menschen in Deutschland. Für die Drogenaffinitätsstudie 2015 wurden 7.004 Personen im Alter von 12 bis 25 Jahren im Zeitraum von März bis Juni 2015 befragt. © PB/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
VG WortLNS LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER