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Medizin

Neuer Auslöser der hereditären motorisch-sensible Neuropathie entdeckt

Donnerstag, 7. April 2016

Philadelphia – Forscher der University of Pennsylvania haben bei einem Vater-Sohn-Paar eine neue Mutation entdeckt, welche die hereditäre motorisch-sensible Neuro­pathie vom Typ I verursacht. Die auslösende De-Novo Mutation der auch als Charcot-Marie-Tooth-Hoffmann-Syndrom (CMT) bekannten Krankheit beschreibt die Arbeitsgruppe um Steven Scherer in der Fachzeitschrift Brain (doi:10.1093/brain/aww055).

CMT ist eine erbliche sensomotorische Polyneuropathie, bei der es zum Untergang peripherer Nervenfasern kommt. Der Untergang wird entweder durch eine direkte axonale Degeneration oder einem Schaden an den Myelinscheiden der Nervenfasern verursacht. Erste Symptome der Erkrankung können bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten. Es kommt zu einer langsamen neurogenen Lähmung der Muskulatur, die sich symmetrisch von peripher nach proximal ausbreitet. Sensible Störungen und Schmerzen können im Verlaufe der Erkrankung hinzutreten. Es wurden bisher unterschiedliche verursachende Mutationen der Erbkrankheit beschrieben. Häufig kommt es zu einer Verdopplung des Peripheral Myelin Protein Gens (PMP) auf Chromosom 17.

Bei einem betroffenen Vater-Sohn-Paar konnten Ärzte des Children's Hospital of Philadelphia keine bekannte Mutation identifizieren, welche die CMT auslöste. Sie gingen davon aus, dass eine bisher unbekannte neue Mutation bei dem Vater aufgetreten sein musste. Die Eltern dieses Vaters waren klinisch gesund.

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Die Ärzte führten daher an peripheren Leukozyten des Vaters und dessen Eltern eine vergleichende Analyse des Genoms durch. Mit Hilfe des Next-Generation-Sequencings konnten die Ärzte schnell Informationen über die Gene ihrer Patienten gewinnen. Es zeigte sich, dass eine spezifische Mutation des PMP 2 Gens für die Erkrankung verantwortlich sein musste. Das Protein kommt reichlich im peripheren Nervensystem vor und ist unter anderem für den Transport der isolierenden Fette in die Myelin­scheiden verantwortlich. 

In einer Zweitanalyse von 136 betroffenen europäischen Familien konnten die Forscher eine weitere Familie identifizieren, welche den auslösenden Gendefekt aufwies.

Die Forscher konnten mit ihrer Studie zeigen, dass vergleichende Genom­sequenzierungen bei genetischen Erkrankungen wertvolle Informationen über mögliche Auslöser liefern können. Das Next-Generation-Sequenzing schaffe hier die nötigen Voraussetzungen, auch seltene Mutationen schnell und effizient zu identifizieren, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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