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Medizin

Studien: Antikörper sollen HIV-Infektion verhindern

Freitag, 8. April 2016

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Hi-Viren pa

Bethesda - US-Forschungsinstitute haben mit der ersten von zwei Phase 2-Studien zur Prävention von HIV-Infektionen durch Antikörper-Infusionen begonnen. Zum Einsatz kommt ein vor Jahren bei einem HIV-Infizierten isolierter Antikörper, der in-vitro eine breitneutralisierende Wirkung erzielte.

Die Antikörper waren 2010 im Blut eines HIV-infizierten entdeckt worden. Laborstudien ergaben damals, dass VRC01, so die Bezeichnung des Antikörpers, etwa 90 Prozent aller bekannten HIV-Stämme neutralisieren kann. Die Forscher konnten damals auch die B-Zellen isolieren, die den Antikörper produzieren. Inzwischen konnte der Antikörper gentechnisch (in Tabakpflanzen) in ausreichender Menge hergestellt werden, um ihn in zwei Studien zu prüfen.

Die erste der beiden AMP-Studien (für antibody-mediated prevention) ist HVTN 704/HPTN 085. Es handelt sich um eine randomisierte, placebokontrollierte Doppel­blindstudie. An ihr sollen in den USA, Brasilien und Peru insgesamt 2.700 HIV-negative Männer oder Transgender teilnehmen, die mit Männern oder Transgender-Personen sexuell verkehren.

Die Teilnehmer erhalten alle acht Wochen eine Infusion mit VRC01 in zwei Dosierungen (10 oder 30 mg/kg Körpergewicht) oder Placebo. Vorgesehen sind insgesamt zehn Infusionen. Danach werden die Teilnehmer über 20 weitere Wochen beobachtet. Da es sich um eine Phase 2-Studie handelt, liegt der Schwerpunkt auf der Verträglichkeit und Sicherheit der Behandlung. Zu den primären Endpunkten gehört aber auch die Rate von HIV-Infektionen.

Die Parallelstudie HVTN 703/HPTN 081 soll im Verlauf dieses Jahres in Botswana, Kenia, Malawi, Mosambique, Südafrika, Tansania und Simbabwe begonnen werden. An ihr sollen 1.500 sexuell aktive Frauen mit einem erhöhten HIV-Risiko teilnehmen. Dosierung, Dauer und Endpunkte sind dieselben wie in der US-amerikanischen Studie.

Die Studien werden vom HIV Vaccine Trials Network (HVTN) und dem HIV Prevention Trials Network (HPTN) unter Leitung von Larry Corey vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle und von Myron Cohen von der University of North Carolina at Chapel Hill organisiert. Sponsor ist das National Institute of Allergy and Infectious Diseases. © rme/aerzteblatt.de

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