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Politik

IQWiG sieht Vorteile von Aromatasehemmern für Brustkrebs­patientinnen

Sonntag, 10. April 2016

Köln – Brustkrebspatientinnen können im frühen Krankheitsstadium von Wirkstoffen aus der Klasse der Aromatasehemmer gegenüber einer Therapie mit Tamoxifen profitieren. Die Patientinnen überleben länger und Rezidive treten später auf als unter Tamoxifen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Vorbericht.

Für das späte Krankheitsstadium zeigen die verfügbaren Daten diesen Vorteil laut dem Institut nicht. Allerdings sei die Datenlage beim fortgeschrittenen Brustkrebs deutlich schlechter.

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hatte das Institut beauftragt, mehrere Vergleiche anzustellen: Zum einen sollte das IQWiG die Aromatasehemmer anderen Behandlungsoptionen, insbesondere dem Antiöstrogen Tamoxifen, gegenüberstellen. Zum anderen sollte das Institut prüfen, ob sich die drei zugelassenen Wirkstoffe aus der Klasse – Anastrozol, Exemestan, Letrozol – in Hinblick auf Nutzen oder Schaden unterscheiden.

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Beim frühen Brustkrebs sind Aromatasehemmer für fünf verschiedene Therapieregime zugelassen, bei zwei davon zeigen die Daten einen Zusatznutzen gegenüber Tamoxifen: Bei der sogenannten Upfront-Therapie beginnen die Patientinnen die medikamentöse Therapie mit einen Aromatasehemmer. Bei der Switch-Therapie wechseln sie nach einer zwei- bis dreijährigen Vorbehandlung mit einem Aromatasehemmer auf ein Antiöstrogen.

Zugunsten der Aromatasehemmer fallen die Ergebnisse den Endpunkten Gesamtüberleben, bei der Rezidivfreiheit sowie bei bestimmten Nebenwirkungen aus.

Bei der sogenannten erweiterten Therapie, bei der der einzige hier zugelassene Aromatasehemmer Letrozol nach Abschluss einer fünfjährigen Tamoxifen-Behandlung gegeben wird, zeigen die Daten einen Vorteil nur bei der Rezidivfreiheit. Dem stehen jedoch mehr Abbrüche wegen unerwünschter Ereignisse gegenüber.

Für die neoadjuvante Therapie, bei der Aromatasehemmer der Operation vorgeschaltet werden, gibt es laut dem IQWiG keine Daten. Auch für den Vergleich der Aromatasehemmer untereinander fehlen Daten.

Institutionen und Einzelpersonen können den Vorbericht bis zum 9. Mai kommentieren. Die Autoren sichten die Kommentare und arbeiten sie gegebenenfalls in den Endbericht ein. © hil/aerzteblatt.de

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