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Politik

Agaplesion will deutlich stärker in IT investieren

Montag, 11. April 2016

dpa

Potsdam – Der Vorstandsvorsitzende des kirchlichen Krankenhausträgers Agaplesion, Markus Horneber, hat angekündigt, dass sein Unternehmen künftig den Investitions­schwerpunkt „ganz gewaltig“ in Richtung IT und Digitalisierung verschieben will. „Dabei geht es um Robotik, aber auch um Online-Check-Ins, Online-Sprechstunden oder darum, Behandlungsprozesse mithilfe von Apps darzustellen“, sagte Horneber in der letzen Woche auf dem 23. Deutschen Krankenhaus-Controller-Tag in Potsdam. „Wir streben eine digitale Vernetzung mit unseren Partnern, aber auch mit den Patienten selbst an.“

Dabei gehe es auch darum, die Patientendaten umfassend zu analysieren und die Erkrankungen dann neu zu bewerten. „Aus all den Informationen, die heute verfügbar sind, können wir enorm viel über die Patienten lernen und so eine bessere Behandlung erreichen“, meinte Horneber. „Die allerbeste Qualität hätten wir allerdings, wenn eine Versorgung gar nicht mehr erforderlich wäre. Das würde dann funktionieren, wenn wir über die potenziellen Patienten Informationen hätten, die uns erlauben würden, präventiv etwas zu tun.“ Diabetes, zum Beispiel, kündige sich lange an. Wenn man schon im Vorfeld reagieren würde, könne man die Krankheit komplett vermeiden.

„Unterschätzen wir nicht die Veränderungsdynamik“
Horneber warb dafür, nicht nur kleinteilig auf Vorgaben des Gesetzgebers zu reagieren, sondern auch einmal das große Ganze in den Blick zu nehmen. „Unterschätzen wir nicht die Veränderungsdynamik“, sagte er in diesem Zusammenhang. „2003 wollte der Deutsche Bundestag das Gesundheitswesen mit der elektronischen Gesundheitskarte fit für die Zukunft machen.

Kurz darauf hat Mark Zuckerberg Facebook gegründet. Heute sind weltweit mehr Menschen bei Facebook registriert, als es Mitglieder in der katholischen Kirche gibt.“ So schnell könne sich die Welt ändern. Die Gesundheitskarte, so wie sie ursprünglich konzipiert war, sei unterdessen noch immer nicht eingeführt. Horneber warnte davor, die Dynamik zu unterschätzen, die in den nächsten fünf Jahren auf die Krankenhäuser zukomme.

„Während der dringend notwendige Strukturwandel im stationären Bereich nur langsam in Gang kommt, programmieren zigtausende Start-Up-Unternehmen hilfreiche Apps, die versuchen, unsere Probleme zu lösen“, betonte Horneber. „Es entsteht ein digitaler Gesundheitsmarkt, an dem wir Krankenhäuser praktisch nicht beteiligt sind. Patienten, die sich selbst vermessen, kommen mit ihren Daten zu unseren Ärzten und bitten sie, diese Daten bei ihrer Therapie zu berücksichtigen. Das machen unsere Ärzte dann natürlich auch. Denn damit kommt man weiter.“

„Google wird das Gesundheitssystem neu aufrollen“
Der Agaplesion-Vorsitzende wies darauf hin, dass es bald neue Player im deutschen Gesundheitssystem geben werde: „Google wird das Gesundheitssystem neu aufrollen. Google wird Menschen bis ins Innerste vermessen und diese Daten dann aufbereiten.“ Zudem erforsche das Unternehmen gerade Wege, wie das menschliche Leben verlän­gert werden kann. „Auch die Daten aus unseren Krankenhäusern wird Google absau­gen, und wir können uns dann überlegen, was noch von uns als Krankenhäuser übrig bleibt“, sagte Horneber. „Unsere Daten sind ein Schatz, den wir für die Behandlung der Patienten brauchen.“  © fos/aerzteblatt.de

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