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Politik

Thüringen: Kassen stellen acht Krankenhausstandorte infrage

Montag, 11. April 2016

Erfurt – Gesetzliche Krankenkassen stellen in der Diskussion um den neuen Krankenhausplan acht Klinikstandorte in Thüringen in Frage. Die Bedarfsnotwendigkeit der Häuser in Apolda, Arnstadt, Bad Frankenhausen, Blankenhain, Friedrichroda, Reifenstein, Worbis und Schleusingen sei ernsthaft zu hinterfragen, forderte der Landeschef der Ersatzkassen, Arnim Findeklee, im am Montag erschienenen „ersatzkasse.report“. Von diesen Standorten aus seien andere Kliniken mit zum Teil auch noch größerem Versorgungsangebot in weniger als 30 Minuten erreichbar.

Kliniken und Kassen arbeiten seit Monaten am Krankenhausplan, der Standorte von Kliniken und Fachabteilungen definiert. Er soll 2017 in Kraft treten und fünf Jahre gelten. Rot-Rot-Grün hat im Koalitionsvertrag Standortschließungen ausgeschlossen. Zu den Ersatzkassen gehören unter anderem Barmer GEK, DAK Gesundheit und Techniker Krankenkasse (TK).

Aus Sicht der Ersatzkassen sei ein „Weiter so“ der falsche Weg, so Findeklee. Er forderte Umstrukturierungen. Thüringen könne nach der vom Bundestag im vergangenen Jahr beschlossenen Krankenhausreform auch Fördermittel aus einem 500 Millionen Euro umfassenden Strukturfonds nutzen, etwa für die dauerhafte Schließung von Fachabteilungen. In Thüringen steht nach Daten des Statistischen Landesamtes jedes vierte der rund 16.000 Klinikbetten leer.

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„2.000 Klinikbetten weniger würden in Thüringen definitiv nicht zu einem Versor­gungsnotstand führen“, sagte der Landeschef der Techniker Krankenkasse, Guido Dressel.  Das Land habe kaum Geld zur Finanzierung der jetzigen Strukturen. Es stelle jährlich 50 Millionen Euro für Krankenhausinvestitionen zur Verfügung, aus der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung fließen jährlich rund zwei Milliarden Euro in die Thüringer Krankenhäuser.

Dressel plädierte für eine stärkere Spezialisierung von Kliniken und die Konzentration von Leistungen. Allerdings drohe etwa in der Geriatrie durch Neuzulassung von Fachabteilungen die Zersplitterung von Kompetenzen, wo eine Konzentration in Fachkliniken erforderlich wäre. Mehrere der 38 Akutkliniken in Thüringen wollen geriatrische Abteilungen. © dpa/aerzteblatt.de

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