Politik

Arbeitsbedingungen mitverantwortlich für hohe Teilzeitquote in der Pflege

Dienstag, 12. April 2016

Gelsenkirchen – Als ungünstig empfundene Arbeitsbedingungen bewegen viele Pflegekräfte dazu, Teilzeit statt Vollzeit zu arbeiten. Das berichten Wissenschaftler um Denise Becka, Michaela Evans und Fikret Öz vom Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) in einer aktuellen Studie.

Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in der Gesundheits- und Krankenpflege arbeitet in Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung. Die Forscher wollten herausfinden, ob die Aufstockung von Teilzeitstellen eine Möglichkeit wäre, den Fachkräftemangel in der Pflege abzufedern.

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Dazu analysierten sie anhand von Daten des Lohnspiegels des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung persönliche Interessen und Motivationen von Pflegekräften, ihre Präferenzen zu Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten sowie Gründe für die Ausübung von Teilzeitarbeit. Danach gibt es zwar grundsätzlich ein Potenzial zur Ausweitung der Beschäftigung in der Pflege, die Befragten favorisieren eine Verlängerung ihrer Arbeitszeiten aber oft nicht: „Im Vergleich mit anderen Berufen und Branchen gibt es strukturelle Ungleichheiten und Belastungen in den Pflegeberufen, die den Wunsch nach Teilzeitarbeit prägen“, stellt die Studie fest.

Das Ziel, Arbeitskraftreserven zu mobilisieren, hänge daher maßgeblich davon ab, ob es gelinge, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die den „Rückzug in die Teilzeitarbeit“ verhinderten, meinen die Autoren. Dazu empfehlen sie unter anderem neue flexible Arbeitszeitmodelle und eine breitere und abwechslungsreiche Tätigkeit der Pflegenden zum Beispiel über Job-Rotationsmodelle, die auch die Arbeitsbelastung vermindern könnten. © hil/aerzteblatt.de

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