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Medizin

CLL: FDA lässt ersten BCL 2-Inhibitor zu

Mittwoch, 13. April 2016

Silver Spring – Die US-Arzneibehörde FDA hat erstmals einen BCL 2-Inhibitor zugelassen. Der Wirkstoff hemmt ein Protein, das die Apoptose von Zellen verhindert. Die Folge ist ein beschleunigter Zelltod, der in einer klinischen Studie bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) häufig Remissionen bewirkt hat.

Der BCL 2-Inhibitor Venetoclax, der in den nächsten Tagen als Venclexta in den USA eingeführt werden soll, wurde in einer offenen Studie an 106 Patienten mit CLL untersucht. Alle Patienten hatten zuvor mindestens eine andere Therapie erhalten und bei allen wurde in den Leukämie-Zellen eine 17p-Deletion nachgewiesen. Der Verlust von Teilen des Chromosoms 17 – hier sollen sich Gene befinden, die ein Tumorwachstum hemmen – geht bei der CLL häufig mit einer Resistenz einher. Die Chromosomenanomalie tritt bei etwa 10 Prozent der Patienten mit unbehandelter CLL und in etwa 20 Prozent der Patienten mit rezidivierender CLL auf.

Alle Studienteilnehmer wurden mit Venetoclax behandelt, das oral verfügbar ist. Die Anfangsdose betrug 20 mg/die. Sie konnte im Laufe von fünf Wochen auf bis zu 400 mg erhöht werden. Wie der Hersteller mitteilt, wurde bei 80 Prozent der Patienten eine vollständige oder partielle Remission erreicht. Die mediane Zeit bis zum ersten Ansprechen betrug 0,8 Monate (Bereich: 0,1 bis 8,1 Monate). Die mediane Dauer des Ansprechens war nach etwa 12 Monaten noch nicht erreicht.

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Die häufigsten Nebenwirkungen von Venetoclax sind Durchfall, Übelkeit, Infektionen der oberen Atemwege und Müdigkeit. Es kann zu Anämie, Neutropenie und Thrombozy­topenie kommen. Zu den ernsthaften Komplikationen gehören Pneumonien, ein neutropenisches Fieber, eine Autoimmunhämolyse sowie das Tumorlyse-Syndrom, bei dem Moleküle aus zerstörten Tumorzellen eine Stoffwechselkrise auslösen.

Die Zulassung erfolgte unter einem beschleunigten Protokoll (Accelerated Approval Program), das neue viel versprechende Wirkstoffe frühzeitig für die Behandlung von Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen zur Verfügung stellen soll. Die vorzeitige Zulassung ist an die Bedingung weiterer klinischer Studien gebunden, in denen die neuen Wirkstoffe mit Placebo oder anderen Therapien verglichen werden. Erst wenn diese Studien die Erwartungen bestätigen, wird das Medikament endgültig zugelassen. Der Hersteller hat auch bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA einen Zulassungsantrag gestellt. © rme/aerzteblatt.de

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