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Medizin

Einsamkeit ist schlecht für Herz und Kreislauf

Donnerstag, 21. April 2016

dpa

York – Die Gefühle von Einsamkeit und sozialer Isolierung erhöhen einer Meta-Analyse in Heart (2016; doi: 10/1136/heartjnl-2015-309242) zufolge das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Die meisten Menschen sind gesellige Wesen und Einsamkeit macht viele unglücklich. Dass die Psyche einen Einfluss auf die Gesundheit hat, konnte in früheren Studien bereits für Depressionen und Angstzustände gezeigt werden. Auch der Stress, der durch eine Überforderung am Arbeitsplatz (oder den Verlust desselben) ausgelöst wird, kann Krankheiten fördern.

Nicole Valtorta von der Universität York in England nennt mehrere Pathomechanismen, über die psychischer Stress Herz und Kreislauf schädigen kann. Der erste ist im Verhalten unglücklicher oder gestresster Menschen zu suchen. Für Sport und gesunde Ernährung sind sie häufig nicht zu motivieren. Überdurchschnittlich viele Menschen mit Depressionen rauchen. Der Verlust an Selbstvertrauen führt dazu, dass psychisch angeschlagene Menschen in Krisenzeiten keine Bewältigungsstrategien haben. Schließlich gibt es Hinweise, dass psychische Belastungen die Immunabwehr schwächen und den Blutdruck steigern.

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Valtorta hat deshalb in Medline und anderen Datenbanken nach Studien gesucht, die den Einfluss von Einsamkeit und sozialer Isolierung auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersuchten. Sie fand 23 Studien mit mehr als 180.000 Teilnehmern, die über 3 bis 21 Jahre beobachtet worden waren.

Während dieser Zeit ist es bei 4.628 Personen zu einem Herzinfarkt oder einem anderen koronaren Ereignis gekommen und 3.002 Teilnehmer erlitten einen Schlag­anfall. Bei den Personen mit fehlenden sozialen Kontakten traten Herzinfarkt oder andere koronare Ereignisse zu 29 Prozent häufiger auf (gepooltes relatives Risiko 1,29; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,04-1,59). Die Zahl der Schlaganfälle war um 32 Prozent erhöht (gepooltes relatives Risiko 1,32; 1,04 bis 1.68). Subgruppenanalysen zeigen, dass beide Geschlechter in gleicher Weise betroffen waren.

Die Effektstärke von Einsamkeit und sozialer Isolierung war damit genauso groß wie die Folgen von Angst oder eine zu hohe psychische Belastung am Arbeitsplatz, schreibt Valtorta, die eingesteht, dass die Ergebnisse von Beobachtungsstudien letztlich eine Kausalität nicht beweisen können.  © rme/aerzteblatt.de

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