NewsVermischtesTransparenz stärkt Arzt-Patienten-Be­ziehung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Transparenz stärkt Arzt-Patienten-Be­ziehung

Freitag, 22. April 2016

Witten – Wenn Patienten vollen Zugriff auf ihre medizinischen Befunde und die Notizen des Arztes zu ihrer Erkrankung erhalten, verbessert dies die Arzt-Patienten-Beziehung erheblich. Dies hat eine Gruppe von Forschern der Universität Witten/Herdecke (UW/H) und der Harvard University in Boston im Rahmen des Projektes „OpenNotes“ herausgefunden. Zudem stärkt die erhöhte Transparenz in der Behandlung die Mitarbeit und das Selbstmanagement der Patienten, verbessert das Verständnis der medizi­nischen Probleme und unterstützt die Selbstfürsorge.

„Wir wollten herausfinden, wie sich die Beziehung zwischen Arzt und Patient verändert, wenn den Patienten volle Transparenz gewährt wird. Das für viele durchaus erstaunliche Ergebnis war, dass sich die Beziehung deutlich verbessert“, sagte Studienleiter Tobias Esch.

Anzeige

So gaben mehr als 77 Prozent der teilnehmenden Patienten an, durch OpenNotes mehr Kontrolle über ihre Behandlung zu haben als zuvor. Mehr als 60 Prozent konnten durch das Programm ihre Medikation korrekt oder besser dosieren. Und fast alle Befragten fanden mindestens einmal einen Irrtum oder ein Missverständnis in den Unterlagen, die sie dank der freien Zugänglichkeit schnell korrigieren lassen konnten. Einige Patienten gaben zudem zu, Informationen zum Schutz ihrer Privatsphäre zunächst zurückgehalten zu haben, bis ihnen durch die Einsicht in die Unterlagen klar geworden sei, dass sie zur Behandlung wichtig seien.

„Letztlich ist dieser transparente Ansatz ein Gewinn für beide Seiten”, verwies Esch. Patienten hätten mehr Vertrauen, nähmen ihre Medikamente wie verschrieben, erinnerten sich besser an das Besprochene und arbeiteten aktiv an ihrer Gesundung mit. „Die Ärzte können dadurch ihre Kommunikation verbessern, haben besser informierte und vorbereitete Patienten und auch andere Ärzte und Pflegende können besser über die gewünschte Behandlung unterrichtet werden“, so der Studienleiter.

Zu guter Letzt helfe das auch dem Gesundheitssystem: „Wenn besser kommuniziert und die Dosierung der Medikamente eingehalten wird, medizinische Fehler vermieden werden und der Arzt seine Zeit effizienter nutzen kann, reduziert das am Ende auch die Kosten der Behandlung“, unterstrich Esch. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Februar 2020
Karlsruhe – Das Oberlandesgericht Karlsruhe (OLG) hat einer Frau nach der Geburt ihres schwerbehinderten Kindes Schmerzensgeld zugesprochen, weil die behandelnden Ärzte die Mutter während der
Schmerzensgeld nach Geburt von schwerbehindertem Kind
19. Februar 2020
Köln – Wer das Internet nach Krankheitssymptomen durchsucht, steigert damit seine Sorgen über die eigene Gesundheit. Das konnte ein Team um Alexander Gerlach, Professor am Lehrstuhl für Klinische
Cyberchondriasis: Dr. Google schürt Sorgen
29. November 2019
Berlin – Der Erfolg eines endoprothetischen Eingriffes hängt auch von der Compliance der Patienten ab. Das betonte Rudolf Ascherl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE), gestern
Endoprothetik: OP-Risiken minimieren ist auch Patientensache
5. November 2019
Berlin – Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung glaubt, dass in Arztpraxen und Krankenhäusern medizinisch überflüssige Leistungen erbracht werden. Dieses Bewusstsein für das Thema Überversorgung
Überversorgung ist ein Problem, „aber nicht bei mir“
22. Oktober 2019
Hanover – Patienten haben weniger Schmerzen, wenn ihre Ärzte selbst an die Wirksamkeit der Behandlung glauben. Das geht aus einer Studie in Nature Human Behaviour hervor. Demnach spiegele sich die
Erwartungen des Arztes beeinflussen Schmerzempfinden von Patienten
16. September 2019
Bochum – Medizinstudierende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sollen künftig psychiatrische Untersuchungsgespräche mit sogenannten Avataren üben. Sie erhalten dazu eine Virtual-Reality-Brille und
Medizinstudierende üben psychiatrische Patientengespräche mit Avataren
21. August 2019
Dresden – Das Herzzentrum des Universitätsklinikums Dresden hat ein Pilotprojekt gestartet, um Patienten besser zu informieren. Im Rahmen des Projektes übergibt die Einrichtung ihren Patienten ab
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER