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Mehr als 100.000 Gesundheits-Apps für Smartphone und Tablet verfügbar

Montag, 25. April 2016

dpa

Berlin/Braunschweig/Hannover – Die Zahl der Applikationen für Smartphone und Tablet-Computer, die sich auf die Themen Gesundheit, Fitness und Wellness beziehen (Gesundheits-Apps), steigt rasant. Im Augenblick sind mehr als 100.000 dieser kleinen Programme verfügbar. Das zeigt eine Studie des Peter L. Reichert-Instituts für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover.

„Bei mehr als 100.000 Gesundheits-Apps ist es für Bürger, aber auch für Ärzte nicht einfach, zwischen guten und schlechten Angeboten zu unterscheiden. Nötig sind klare Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Patienten, medizinisches Personal und App-Hersteller“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU). Gleichzeitig sei aber wichtig, dass Produkte, die einen wirklichen Nutzen für Patienten brächten, schnell in die Versorgung gelangten. Die von seinem Ministerium geförderte Studie namens „Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps – CHARISMHA“ sei eine wichtige Grundlage für den Fachdialog mit Experten und Verantwortlichen im Gesundheitswesen, so der Minister.

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Bislang sei das Wissen über Nutzen und Risiken der Gesundheits-Apps noch sehr gering, sagte Urs-Vito Albrecht, stellvertretender Leiter des Peter L. Reichertz-Instituts an der MHH.

Die Studie beleuchtet die aktuellen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Gesundheits-Apps aus den Blickwinkeln von Medizin, Informatik, Ethik, Recht, Ökonomie und Politik. „Ziel ist es, das positive Potenzial auszuschöpfen und Risiken der Anwendungen zu minimieren“, so Albrecht. Außerdem haben die Wissenschaftler gesetzliche Rahmenbedingungen analysiert und formulieren Vorschläge für die Förderung dieser neuen Technologie.

Sie weisen darauf hin, dass bislang größere Studien dazu fehlten, ob und welchem Maße medizinische Apps Therapietreue sowie Prävention und Gesund­heits­förder­ung beeinflussen können. Die Studienautoren empfehlen daher, die Apps intensiver zu evaluieren, um mehr Evidenz zu schaffen. Wichtig seien außerdem, Datenschutz­standards weiterzuentwickeln und die Aufklärungspflichten zu erweitern.

Die Forscher prognostizieren, dass Gesundheits-Apps in den nächsten Jahren für Patienten und für professionelle Anwender noch weiter an Bedeutung zunehmen werden. „Wir können nicht erwarten, dass jeder Anwender Qualität und Vertrauens­würdigkeit einer App ohne Hilfestellung beurteilen kann“, erläuterte Albrecht. Sie empfehlen daher, die Entwicklung sicherer und vertrauenswürdiger Anwendungen gezielt zu fördern. © hil/aerzteblatt.de

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