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Politik

Ältere Patienten: Ärzte häufig mit Mangelernährung konfrontiert

Dienstag, 26. April 2016

dpa

Berlin – In Deutschland wird jeder zweite Arzt in der täglichen Arbeit mit Mangelernäh­rung von älteren Patienten konfrontiert. Vor allem viele Onkologen betreuen mangeler­nährte Patienten. Dabei sind sie der einhelligen Meinung, dass sich frühzeitige Ernährungsmaßnahmen günstig auf die Genesung und die Prävention von altersbe­dingten Erkrankungen auswirken sowie dabei helfen, Nachfolgekosten für ernährungs­bedingte Komplikationen zu vermeiden.

Doch obwohl drei von vier Ärzten (75 Prozent) angeben, ihre Patienten bei Auftreten von Mangelernährung weitreichend über das Thema zu informieren, fühlen sich 71 Prozent der Ärzte selbst nicht vollumfänglich informiert. Dies ist das Ergebnis der Befragung von niedergelassenen Ärzten (Allgemeinmediziner, Neurologen und Onkologen) im Monat März, die der Bundesverband Initiative 50Plus und das Unternehmen HiPP heute in Berlin vorstellten.

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„Obwohl wir in einer Wohlstandsgesellschaft leben, zeigt die erstaunliche Zahl von älteren mangelernährten Menschen, dass wir noch enen weiten Weg zu gehen haben“, sagte Henning Scherf, Botschafter Bundesverband Initiative 50Plus und Bremer Bürgermeister a.D. Mangelernährung sei ein gesellschaftlich stark unterschätztes Phänomen, das drastische Folgen für die Gesundheit der Patienten, aber auch hohe Folgekosten für das Gesundheitswesen bedeute.

Der Geschäftsführende Vorstand des Bundesverbands Initiative 50Plus, Uwe-Matthias Müller, forderte die Politik, aber auch die im Gesundheitsbereich tätigen Institutionen auf, das Thema Mangelernährung „mit all seinen Facetten verstärkt und beherzt den betroffenen Menschen nahezubringen“.

„Eine gesunde und ausreichende Ernährung sowie Bewegung sind im höheren Lebensalter, gerade in Genesungsphasen entscheidend. Das Verständnis hierfür muss frühzeitig vermittelt werden“, betonte Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Mit Initiativen, dem Präventionsgesetz und nicht zuletzt mit der Pflegeversicherung habe die Politik die Weichen in die richtige Richtung gestellt, erklärte sie.

„Aber mangelhafte Ernährung im Alter und fehlende Bewegung sind am Ende eine Herausforderung, die uns alle angeht. Diese können wir als Politik nur gemeinsam mit der Lebensmittelwirtschaft, den Ärzten, den Pflegeeinrichtungen, den Kassen, den Medien, bewältigen.“ © ER/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Donnerstag, 28. April 2016, 15:59

Beim alten Menschen

ist Mangelernährung nicht Folge fehlenden Geldes. Nicht getragene oder nicht mehr passende Prothesen, ungenügende Kaukraft, ungenügende Energiedichte der "gesunden Vollwertkost", geschmackloser pürrierter Mischmasch, sensorische Defizite und Appetitlosigkeit, manuelle Ungeschicklichkeit, Ungeduld der Pflegepersonen... das sind die wahren Ursachen der geriatrischen Mangelernährung.
Avatar #675503
Widerstand
am Dienstag, 26. April 2016, 20:44

Mangelernährung und Diätenerhöhungen

Ich bin eigentlich ein friedliebender Mensch, aber die Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sowie ihre Parteigenossen möchte ich wirklich gern prügeln.
Breites Hinterteil, warmer Sessel und der mangelernährte Bürger bezahlt alles. Für eine vollwertige Ernährung fehlt dem selben Bürger aber das Geld.
In diesem Fall werde ich vom Paulus zum Saulus und möchte nur noch zuschlagen. Müssen diese Typen ihre Rückgratlosigkeit auch noch nach außen propagieren?
LNS
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