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Politik

Gesundheitsprobleme bei Grundschülern nehmen zu

Dienstag, 26. April 2016

/DAK-Gesundheit / Fotolia

Hamburg/Berlin – Grundschüler haben heute mehr gesundheitliche Probleme als noch vor zehn Jahren. Das berichtet die Krankenkasse DAK-Gesundheit auf der Basis einer Forsa-Umfrage. Das Meinungsforschungsinstitut befragte dafür 500 Lehrer in ganz Deutschland.

Danach leiden immer mehr Kinder an Konzentrationsproblemen – dieser Meinung sind mehr als 50 Prozent der Lehrkräfte. Darüber hinaus beobachteten die Lehrer einen starken Anstieg von Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten (45 Prozent), motorischen Defiziten (36 Prozent) und psychosomatischen Beschwerden (27 Prozent). Außerdem leiden immer mehr Kinder unter Stress: Die überwiegende Mehrheit der Lehrer (91 Prozent) bezeichnete die mediale Reizüberflutung durch Fernsehen, Computer und andere Medien als Stressfaktor Nummer eins. Auch Erwartungsdruck seitens der Eltern ist aus Sicht von 83 Prozent der Lehrkräfte Auslöser für Stress bei den Schülern.

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„Unsere Studie zeigt, dass Gesund­heits­förder­ung in der Schule dringend nötig ist“, sagte der DAK-Vorstandsvorsitzende Herbert Rebscher. Im Mai wird die Kasse daher eine Präventionsinitiative namens „fit4future“ starten. Teilnehmende Schulen werden drei Jahre lang bei der Umsetzung von Maßnahmen aus den Bereichen Bewegung, Ernährung und einem Baustein „Brainfitness“ begleitet.

Laut der Forsa-Erhebung sind die augenblicklich verfügbaren Angebote zur Gesund­heits­förder­ung an Schulen ausbaufähig: So gaben knapp 60 Prozent der Lehrer an, dass es an ihrer Schule Bewegungsangebote für die Pausen gibt. Seltener sind in den Unterricht integrierte Bewegungspausen abseits des Schulsports (29 Prozent) oder Sportförderunterricht für Schüler mit motorischen Defiziten (16 Prozent). Auch Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten für Schüler nannten nur 18 Prozent der Lehrer als Schulangebot.

Aber nicht nur die Schüler sind gesundheitlich belastet. In einem weiteren Zweig der Studie erfassten die Meinungsforscher die gesundheitlichen Belastungen der Lehrer: Danach macht sich jeder Vierte sehr große oder große Sorgen, aufgrund der körperlichen und psychischen Berufsanforderungen schon vor dem Pensionsalter aus dem Beruf ausscheiden zu müssen. Als besonders belastend bezeichneten die Lehrer den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern (64 Prozent), Lärm (61 Prozent) und fehlende Erholungspausen im Schulalltag (54 Prozent). Die meisten Lehrkräfte (87 Prozent) sind mit ihrem Beruf dennoch zufrieden. © hil/aerzteblatt.de

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