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Medizin

Wann Arbeitsstress dem Schlaf schadet

Mittwoch, 27. April 2016

Oslo – Wer viel Stress im Berufsleben aushalten muss, schläft häufiger schlecht. Forscher um Jolien Vleeshouwers am National Institute of Occupational Health in Oslo berichten jetzt in der Fachzeitschrift Sleep, welche spezifischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz der Schlafqualität schaden (http://dx.doi.org/10.5665/sleep.5638).

Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts leiden etwa 30 Prozent der deutschen Erwachsenen unter Schlafstörungen. Klinisch präsentieren sich diese häufig als Ein- und Durchschlafstörungen oder Phasen verminderter Schlafqualität. Dass Stress dem Schlaf schaden kann, ist nachvollziehbar. Einige dieser Stressfaktoren sind durch Prävention vermeidbar. Die Forscher der Studie untersuchten, welche Faktoren im Berufsleben den Schlaf verschlechtern und so möglicherweise einen Ansatzpunkt zur Prävention bieten.

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In ihrer Studie befragten die Wissenschaftler 5.070 norwegische Arbeitnehmer in unterschiedlichen Berufen zu ihrer Schlafqualität und der Belastung am Arbeitsplatz. Sie wiederholten die Untersuchung nach zwei Jahren. In ihrer Befragung erfassten die Forscher in erster Linie Ein- und Durchschlafstörungen der Teilnehmer. Die Belastung am Arbeitsplatz wurde über insgesamt 13 unterschiedliche Items gemessen.

Bei der Auswertung stellten die Wissenschaftler fest, dass Schlafprobleme von vier Hauptfaktoren abhingen. Zum einen war die quantitative Arbeitslast der Teilnehmer entscheidend. Je mehr Arbeit pro Zeiteinheit die Teilnehmer erledigen mussten, desto höher war das Risiko für Schlafstörungen. Der zweite Faktor war die Entscheidungs­freiheit der Arbeitnehmer. Bei geringer Entscheidungsfreiheit verschlechterte sich der Schlaf ebenfalls. In der Soziologie gelten die beiden Faktoren im Rahmen des Anforde­rungs-Kontroll-Modells nach Karasek als klassische Stressoren für Arbeitnehmer.

Die beiden anderen Faktoren, welche die Schlafqualität verschlechterten, waren Rollenkonflikte und fehlende Supervision durch den Arbeitgeber. Unter Rollenkonflikten verstanden die Forscher in erster Linie Zustände, bei denen Arbeitnehmer den von in erwarteten Rollen nicht gerecht werden konnten oder bei Ausübung ihrer Rolle mit persönlichen Werten in Konflikt kamen.

Die Arbeitsgruppe schließt aus ihrer Befragung, dass über Modifikation dieser vier Hauptfaktoren von Schlafstörungen am ehesten vermeidbar sind. Da diese zudem in vielen klassischen Stressmodellen den größten Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit haben, sollten sie in Präventionsprogrammen Berücksichtigung finden, meinen die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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