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HNO-Ärzte warnen vor Dauerlärm

Mittwoch, 27. April 2016

Wenn es rauscht im Ohr: Christo Pantev bei einer Messung im Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse in Münster. /ukm

Münster/Mannheim – Vor ständigem Lärm am Arbeitsplatz und in der Freizeit warnen Hals-Nasen-Ohren-(HNO-)Ärzte. „Beinahe überall ist man einer konstanten Lärm­belastung ausgesetzt – teilweise bis zu 100 Dezibel (dB). Das ist eine immense Belastung für das Ohr“, sagte Christo Pantev, Direktor des Instituts für Biomagnetismus und Biosignalanalyse an der medizinischen Fakultät Münster, anlässlich des heutigen weltweiten Tages gegen Lärm.

Die Folgen der Dauerbelastung für das Ohr könnten Unkonzentriertheit, erhöhtes Stressempfinden oder sogar die Entwicklung eines Tinnitus sein. „In neueren Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich der Hörverlust im Hochfrequenzbereich bei Kindern und Jugendlichen in einem Zeitraum von 24 Jahren nahezu verdoppelt hat“, warnte Jan Löhler vom Deutschen Berufsverband der HNO-Ärzte schon im vergangenen Herbst. Zu den häufigsten Ursachen lärmbedingter Hörstörungen zählten Kinderspielzeuge, portable Musikabspielgeräte und Musikveranstaltungen. Ärzte und Wissenschaftler fordern daher strengere Grenzwerte zur Lärmvermeidung.

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Die Bundes­ärzte­kammer hat gemeinsam mit Experten aus der HNO eine Empfehlung zur Lärmvermeidung erarbeitet. Darin werden bundeseinheitliche Regelungen vor allem in vier Bereichen gefordert:

  • Die Anerkennung von gehörschädigendem Lärm als Noxe.
  • Eine Kennzeichnungspflicht für lärminduzierende käufliche Artikel, insbesondere Kinderspielzeuge, sowie die Angabe von Spitzenschallpegeln für diese Artikel.
  • Verpflichtende Aufklärung der Nutzer tragbarer Musikabspielgeräte über die Risiken von Lärm und Begrenzung der Lautstärken bei Musikabspielgeräten und Kopfhörern auf höchstens 80 dB.
  • Begrenzung der Dauerschallpegel bei öffentlichen Veranstaltungen – zum Beispiel Konzerten – auf maximal 95 dB sowie der Spitzenschallpegel auf maximal 100 dB.
© hil/aerzteblatt.de
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