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Ärzteschaft

Hämorrhoiden möglichst früh ursächlich behandeln

Mittwoch, 27. April 2016

Berlin – Auf eine deutliche Unterversorgung von Patienten mit Hämorrhoidalleiden weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechsel­krankheiten (DGVS) hin. Danach leiden rund 70 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland im Laufe ihres Lebens daran. Aber nur etwa vier Prozent der Betroffenen suchen laut der Fachgesellschaft einen Arzt auf.

Die Mehrheit der Patienten versuche ihre Beschwerden durch Hausmittel und Salben eigenständig zu beheben. Die Experten der Fachgesellschaft empfehlen, schon bei ersten Anzeichen wie Juckreiz, Brennen und Schmerzen im Analbereich sowie Blut beim Stuhlgang oder am Toilettenpapier einen Haus- oder Facharzt aufzusuchen.

Ursache für die hohe Morbidität sind genetische Faktoren aber auch ungünstige Ernährung, mangelnde Bewegung und Übergewicht. „Ernährt man sich zu einseitig und ballaststoffarm, führt dies häufig zu Verstopfung. Beim Toilettengang erhöht sich dadurch der Druck auf die Hämorrhoiden, also jene Gefäße, die ringförmig in der Enddarmschleimhaut oberhalb des Schließmuskels verlaufen“, erläutert der DGVS-Experte Peter Meier, Chefarzt der Klinik für Gastroenenterologie, Diakovere Henriettenstift gGmbH, Hannover. Komme es dann zu einem Blutrückstau, wölbten sich die Gefäße mit der Schleimhaut nach außen und verursachten Probleme.

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Zögerten Patienten die Diagnose und Therapie hinaus, müssten die geschädigten Blutgefäße am After oft operativ behandelt werden. „Von den rund 50.000 jährlichen Hämorrhoiden-Operationen in Deutschland ließe sich sicherlich ein Großteil verhindern, wenn Patienten frühzeitiger zum Arzt gingen“, vermutet Meier.

Wichtig sei der Arztbesuch allerdings auch wegen der Differentialdiagnose – denn nicht jeder Juckreiz am After sei auf Hämorrhoiden zurückzuführen. Gastroenterologen müssten eine große Bandbreite an Erkrankungen in Betracht ziehen. Ekzeme, Pilze oder Infektionen mit Herpes oder humanen Papillomaviren (HPV) könnten ähnliche Symptome hervorrufen. „Hier sind eine professionelle Differenzialdiagnose und gegebenenfalls labordiagnostische Maßnahmen notwendig“, betont der DGVS-Mediensprecher Christian Trautwein von der Uniklinik Aachen. © hil/aerzteblatt.de

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