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Rund 50.000 Frauen mit Genitalverstümmlung leben in Deutschland

Mittwoch, 27. April 2016

Berlin – Genitalverstümmlung durch Beschneidung von Frauen, die sogenannte Female Genital Mutilation (FGM), ist nicht allein ein afrikanisches Problem. Weltweit leben rund 150 Millionen Frauen, die dieses Beschneidungsritual durchgemacht haben. In Europa sind es rund 700.000, etwas 50.000 davon in Deutschland. Das berichtet die Initiative „Desert Flower Center“ in Berlin. Das Zentrum behandelt und unterstützt Frauen, die beschnitten worden sind und klärt über die Verstümmlung auf. Die „Desert Flower Foundation“ ist eine weltweite Organisation, die gegen die Genitalverstümmlung von Frauen kämpft und betroffene Frauen medizinisch und psychologisch versorgt.

„FGM ist ein weltweit praktiziertes Ritual. Klitoris und Schamlippen werden ohne medizinische Begründung teilweise oder komplett entfernt, damit die Frau rein ist und verheiratet werden kann. In Wahrheit handelt es sich bei FGM um eine brutale Verstümmelung mit verheerenden Folgen“, informiert das Zentrum. In Deutschland gilt FGM seit Sommer 2013 als schwere Körperverletzung.

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Ebenfalls 2013 gründeten Chirurgen das „Desert Flower Center“ in Berlin. Es befindet sich im Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf. Frauen, die von FGM betroffen sind, werden im DFC Waldfriede ganzheitlich behandelt. Dabei geht es um die Behandlung von Beschwerden und Schmerzen nach FGM, die Verminderung von Geburtsrisiken für Mutter und Kind nach FGM, die chirurgische Rekonstruktion der weiblichen Genitalien sowie psychologische, soziale und interkulturelle Beratungen.

„Wir können die Verstümmelung der Frauen zwar nicht vollständig rückgängig machen. Aber wir können ihnen Lebensqualität zurückgeben, also Würde, Lebensfreude und selbstbestimmte Sexualität“, erläutert der Chefarzt des Zentrums, Roland Scherer. © hil/aerzteblatt.de

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