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Medizin

Cochrane: Yoga lindert Symptome ohne Lungen­funktion zu bessern

Mittwoch, 27. April 2016

dpa

Hongkong – Yoga-Übungen können die Symptome eines Asthma bronchiale lindern und die Lebensqualität der Patienten verbessern. Ein günstiger Einfluss auf die Lungen­funktion war in einer Meta-Analyse in der Cochrane Database of Systematic Reviews (2016; doi: 10.1002/14651858.CD010346.pub2) jedoch nicht erkennbar.

Asthma bronchiale ist gekennzeichnet durch eine Überempfindlichkeit und Entzündung der Atemwege, die zu episodischen, aber reversiblen Obstruktionen der Bronchien führt. Die Behandlung besteht in einer Kombination aus inhalativen Steroiden, die die Entzündung mildern, mit Beta-Agonisten, die die Bronchien weitstellen.

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Einige Patienten versuchen komplementäre Therapien. Yoga-Übungen bieten sich an, da die Atemübungen (Pranayama) und die Meditationen (Dhyana), die neben den Körperhaltungen (Asanas) zu den drei Prinzipien der verschiedenen Varianten des Yoga gehören, eine beruhigende Wirkung auf die Atmung haben.

Zuyao Yang von der Jockey Club School of Public Health and Primary Care an der chinesischen Universität Hongkong hat für die Cochrane Collaboration die Ergebnisse von 15 randomisierten klinischen Studien ausgewertet, die Yoga-Übungen mit einer konventionellen Behandlung oder scheinbaren Yogaübungen bei Patienten mit Asthma bronchiale verglichen haben. 

Wirksamkeit von körperorientiertem Yoga bei psychischen Störungen

Etwa 2,6 Millionen Menschen in Deutschland praktizieren Yoga. Hauptgründe dafür sind die Steigerung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens (e1). Den verschiedenen Yoga-Arten beziehungsweise -Formen gemeinsam ist das Grundprinzip der Asanas (Körperhaltung) und 

Die Studien wurden zumeist in Indien, aber auch in Europa und den USA durchgeführt. Die insgesamt 1.048 Teilnehmer litten an mildem bis mittelschwerem Asthma, und die Krankheitsdauer lag zwischen sechs Monaten und mehr als 23 Jahren. Die meisten Patienten nahmen parallel zu den Yoga-Übungen ihre Medikamente weiter ein. 

Yang fand Belege von „mittlerer Beweiskraft“ für günstige Auswirkungen auf Lebens­qualität und Symptome. Im Asthma Quality of Life Questionnaire wurde eine Besserung um 0,57 Punkte auf einer Skala von 0 bis 7 Punkten erzielt (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,37-0,77). Die Symptome besserten sich um 0,37 SMD.

SMD steht für standardisierte mittlere Differenz. Sie ist ein Hinweis auf die Effektstärke und kann einen Wert von 0 (kein Nutzen) bis 1 (maximaler Effekt) annehmen. Ein Wert von 0,37 ist eine eher schwache Wirkung, die aber bei einem 95-Prozent-Konfidenz­intervall von 0,09 bis 0,65 signifikant war. Darüber hinaus senkte Yoga in zwei Studien den Medikamentenverbrauch, wobei die Streubreite hier allerdings sehr groß war (relatives Risiko 5,35; 1,29-22,11).

Ein Vorteil für die Lungenfunktion war in den Studien nicht erkennbar. Die Einse­kundenkapazität (FEV1) nahm nicht-signifikant um 0,04 Liter zu (minus 0,10 bis 0,19 Liter). Insgesamt bleibt die Evidenz nach Einschätzung von Yang doch recht unsicher, auch was die möglichen Nebenwirkungen der Übungen betrifft. Aufgrund der möglichen Auswirkungen auf Lebensqualität und Symptome spreche nichts gegen Yoga-Übungen, solange die Patienten darüber die medikamentöse Therapie nicht vernachlässigen.

Yoga erfreut sich in Deutschland steigender Beliebtheit. Klinische Studien haben einen gewissen Nutzen bei unterschiedlichsten Indikation von Kreuzschmerzen bis Migräne untersucht. Die Übungen werden in der Rehabilitation von Schlaganfall-Patienten oder begleitend zur Strahlentherapie bei Brustkrebs eingesetzt. Es gibt auch Hinweise, dass Yoga kardiale Risikofaktoren günstig beeinflusst. © rme/aerzteblatt.de

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