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Wandel der Arbeit verändert auch Arbeitsschutz und Gesund­heits­förder­ung

Freitag, 29. April 2016

Berlin – Digitalisierung, Globalisierung, demografischer Wandel und eine zunehmende Flexibilisierung stellen die Arbeitswelt vor neue Herausforderungen und verändern auch die Gesund­heits­förder­ung und den Arbeitsschutz. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat sich deshalb mit dem Thema Arbeit 4.0 intensiv auseinandergesetzt und stellte heute anlässlich des Welttages für Arbeitsschutz und Gesundheit in Berlin das Initiativpapier „Neue Formen der Arbeit – Neue Formen der Prävention“ vor, das die Chancen und Risiken in der Arbeitswelt 4.0 beschreibt und erste Lösungsansätze aufzeigt.

„Das klassische Beschäftigungsverhältnis scheint sich immer mehr aufzulösen. Neue Arbeitsformen, technologische Entwicklungen der Industrie 4.0 sowie die zunehmende Vernetzung bestimmen die Arbeitswelt. Diese weitreichenden Veränderungen bergen Chancen und Risiken für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und stellen das soziale Sicherungssystem auf die Probe“, erläuterte die Psychologin Susanne Roscher, Leiterin des Sachgebiets „Neue Formen der Arbeit“ bei der DGUV.

Der Wandel der Arbeitswelt stelle auch die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen vor neue Herausforderungen. Diese müssten Chancen und Risiken frühzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen ergreifen. Auch die Prävention müsste sich dem Wandel anpassen. „Diese muss den Versicherten praxisgerechte Lösungen für sicheres und gesundes Arbeiten bei unterschiedlichsten Arbeitsbedingungen gewährleisten“, so Roscher.

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In ihrer neuen Publikation beschreibt die gesetzliche Unfallversicherung die Trends, die derzeit die Arbeitswelt verändern: So ermöglichen technologische Entwicklungen neue Formen, Arbeit zu organisieren. „Dies birgt Chancen, wie flexible Arbeitszeiten, aber auch Risiken für den Arbeitsschutz“, sagte Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der DGUV. „Unsere Präventionsdienste beobachten, wie die Digitalisierung den Arbeitsalltag in den Unternehmen verändert.“ Das sei grundsätzlich positiv zu sehen. Aber: „Beratung in Fragen der Prävention muss daher eine Kultur in den Unternehmen fördern, die Sicherheit und Gesundheit einen hohen Stellenwert einräumt“, betonte Eichendorf. Der Unternehmensführung käme dabei eine wichtige Rolle zu.

Viele Entwicklungen böten in der Tat Chancen für die Gesund­heits­förder­ung, so Arbeitspsychologin Roscher. Zum Beispiel könnten mobile Endgeräte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern und damit den Stress verringern. Es tauchten aber auch neue Risiken auf. „Wir wissen zum Beispiel, dass Handlungsfreiräume bei der Arbeitsgestaltung die Gesundheit fördern. Starre Zielvorgaben oder innerbetrieblicher Konkurrenzdruck können dieses Potenzial aber zunichtemachen oder in sein Gegenteil verkehren, wenn sie den Anreiz für selbstgefährdendes Verhalten erhöhen.“ Hierzu zählten zum Beispiel die Ausdehnung der Arbeitszeit, die Einnahme leistungssteigernder Substanzen oder Arbeit trotz Krankheit. © ER/aerzteblatt.de

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