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Ausland

Aleppo: Keine Ende der Angriffe auf Krankenhäuser

Dienstag, 3. Mai 2016

Aleppo - Die Angriffe auf Krankenhäuser in der heftig umkämpften syrischen Stadt Aleppo reißen trotz aller Appelle an die Kriegsparteien nicht ab. Am Dienstag ist offenbar erneut ein Krankenhaus unter Raketenbeschuss geraten.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete von drei Tote und 17 Verletzten bei einem Raketenangriff durch Rebellen auf das Al-Dabbit-Krankenhaus im Stadtteil Muhafasa, der unter der Kontrolle der Regierung steht. Bei weiteren Rebellenangriffen auf Stadtviertel unter Regierungskontrolle seien mindestens elf Menschen getötet worden, hieß es.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Angriffe von Rebellen auf das Krankenhaus und auf Wohnviertel im Westen Aleppos, wo Regierungstruppen die Oberhoheit haben. Zu Opfern machte die Beobachtungsstelle zunächst keine Angaben. Von unabhängiger Seite ließen sich die Angaben zunächst nicht überprüfen.

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Ein AFP-Korrespondent erklärte, Regierungseinheiten hätten am Morgen Stadtteile im Osten Aleppos aus der Luft angriffen. Diese galten Stadtvierteln, die von Rebellen kontrolliert werden. In den vergangenen Wochen sind in Aleppo mehrfach Krankenhäuser zum Ziel von Angriffen geworden. Dabei starben zahlreiche Menschen. Alleine in der vergangenen Woche waren ein größeres Krankenhaus und drei kleinere Kliniken in Aleppo zum Ziel von Angriffen geworden. US-Außenminister Kerry hatte dafür die syrische Regierung verantwortlich gemacht.

Vor dem Hintergrund der erneut eskalierenden Gewalt in Syrien hat der UN-Sonderbeauftragte für das Land, Staffan de Mistura, Gespräche mit der russischen Regierung in Moskau aufgenommen. Die Konfliktparteien müssten die Waffen wieder schweigen lassen, sagte der Diplomat zum Auftakt eines Treffens mit Außenminister Sergej Lawrow.

De Mistura bat die USA und Russland, sich für eine Rückkehr zu der Waffenruhe einzusetzen. Die schweren Kämpfe vor allem in Aleppo hatten zuletzt die Sorgen um den Fortbestand der Waffenstillstandsvereinbarung ständig wachsen lassen.

Die EU hat unterdessen angekündigt, drei Millionen Euro für Polio-Impfungen in Syrien bereitzustellen. Von dem Geld sollen Impfungen für zwei Millionen Kinder in schwer erreichbaren Regionen in Syrien finanziert werden, teilte die Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Kinder in Syrien litten am meisten unter der „mangelhaften“ Gesundheits­versorgung, so der EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe, Christos Stylianides. Die systematischen Attacken auf Krankenhäuser in den vergangenen Wochen hätten die humanitäre Lage in Syrien verschlechtert. Die drei Millionen Euro sind Teil eines 445-Millionen-Euro-Pakets, das die EU in diesem Jahr für die Krise in Syrien bereitstellt. Durchgeführt werden die Impfungen von dem UN-Kinderhilfswerk Unicef und der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO. © AFP/kna/aerzteblatt.de

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