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Politik

Suchtreport: Verband fordert höhere Preise und Werbeverbote

Dienstag, 3. Mai 2016

dpa

Berlin - Im Kampf gegen Alkohol-, Tabak-, Drogen- und Glücksspielabhängigkeit hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) Preiserhöhungen und Werbeverbote gefor­dert. Angesichts lediglich geringfügiger Änderungen im Konsumverhalten der Deutschen seien „energischere Präventionsmaßnahmen“ nötig, erklärte der Dachverband der Suchthilfeorganisationen am Dienstag anlässlich der Vorlage des Jahrbuchs Sucht 2016.

Nach wie vor seien legale Drogen wie Alkohol oder Tabak für einen großen Teil der Suchtprobleme verantwortlich, betonte die Vereinigung. „Die nur geringfügigen Konsum­veränderungen bestätigen zum wiederholten Male die Forderung der DHS nach effektiven Präventionsmaßnahmen wie Preiserhöhungen, Angebotsreduzierung und Werbeein­schränkungen.“ Unter anderem forderte der Verband darüber hinaus ein Verbot von Glücksspielautomaten in Gaststätten und Imbissen. Automaten böten ein hohes Suchtrisiko, hieß es.

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Auch die durch amtliche Statistiken und andere Untersuchungen zuletzt festgestellten Rückgänge beim Alkoholverbrauch pro Kopf oder beim Anteil der Raucher seien kein Grund zur Entwarnung, betonte die DHS. Nach Hochrechnungen des Statistischen Bundesamts seien etwa 3,38 Millionen Deutsche von Alkoholmissbrauchs- oder -abhängigkeitsstörungen betroffen.

Dem Bericht zufolge ging 2014 der Konsum von reinem Alkohol leicht von 9,7 auf 9,6 Liter zurück. Der Gesamtverbrauch an alkoholischen Getränken sank gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozent auf 136,9 Liter pro Kopf der Bevölkerung. Die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (F 10)“ lag 2014 laut Report bei den Männern auf dem ersten Platz der Hauptdiagnosen. 22.391 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 19 Jahren wurden 2014 aufgrund eines akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt, das waren 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Zigaretten­verbrauch hat 2015 wieder zugenommen: Konsumiert wurden 1.004 Zigaretten pro Einwohner (2014: 982). Das ist ein Anstieg von 2,24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. © may/AFP/aerzteblatt.de

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