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Medizin

Schlafmangel verschlechtert Cholesterinwerte

Mittwoch, 4. Mai 2016

Wirkt sich Schlafmangel ungünstig auf den Cholesterinhaushalt aus? /dpa

Helsinki – Wissenschaftler der Universität Helsinki konnten bei Menschen, die unter Schlafmangel leiden, vermehrt ungünstige Cholesterinwerte und erhöhte Entzündungswerte im Blut nachweisen. Die Arbeitsgruppe um Vilma Aho, die in Nature (DOI:10.1038/srep24828) entsprechende Ergebnisse veröffentlichte, geht davon aus, dass Schlafprobleme langfristig der kardiovaskulären Gesundheit schaden können.

Schlafmangel wurde bereits in unterschiedlichen epidemiologischen Studien als möglicher Risikofaktor für metabolische Erkrankungen beschrieben. Eine erhöhte Insulinresistenz und chronische Entzündungszustände sind Folgeerscheinungen, die aus dem Schlafproblem resultieren können. Der Einfluss auf die Lipidprofile im Blut ist laut der Arbeitsgruppe bisher jedoch unzureichend erforscht.

Die Wissenschaftler untersuchten den Einfluss des Schlafes mit 21 Teilnehmern unter experimentellen Bedingungen und beobachteten außerdem zwei große Kohorte mit insgesamt 2.739 Teilnehmern. Im Laborexperiment durften die Teilnehmer über fünf Tage nur vier Stunden pro Nacht schlafen. Neben den Cholesterin- und Blutfettwerten verglichen die Forscher auch die Genexpression in peripheren Makrophagen mit der Schlafdauer der Teilnehmer.

In ihrer Analyse stellten die Wissenschaftler fest, dass ein verkürzter Schlaf, sowohl im Versuch als auch in der Beobachtungskohorte, zu erniedrigten HDL-Werten führte. Die Genexpression der Kurzschläfer war ebenfalls verändert. In den Makrophagen waren Gene, welche den Cholesterintransport in die Zellen regulierten, bei Schlafmangel weniger stark aktiviert.

Die Forscher vermuten, dass der gestörte Cholesterintransport in die Makrophagen und die erhöhten Spiegel im peripheren Blut der Gefäßgesundheit durch Plaquebildung langfristig schaden können. Guter und ausreichender Schlaf sollte daher als modifizierbarer metabolischer Risikofaktor genauso wie Ernährung und Bewegung Berücksichtigung finden, meinen die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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