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Ärzteschaft

Schluckstörungen: HNO-Ärztin fordert bessere Versorgung für immer mehr Betroffene

Mittwoch, 4. Mai 2016

Düsseldorf – Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Schluck­störungen, Tendenz steigend. Zwar liegen für die Versorgung von Dysphagie-Patienten nach einem Schlaganfall und infolge einer Kopf-Hals-Tumor-Erkrankung bereits gute Konzepte vor. In anderen Bereichen fehle es jedoch noch an Versorgungsstrukturen, warnt Professor Dr. med. Dr. med. habil. Christiane Hey vom Universitätsklinikum Marburg auf der 87. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. in Düsseldorf.

Schluckstörungen nach Langzeitbeatmungen auf Intensivstationen oder Schluckstörungen im Kindesalter seien Bereiche, in denen noch bessere flächendeckende Strukturen geschaffen werden müssen. Professor Hey sieht hier vor allem HNO-Ärzte gefordert.

Mit gutem Beispiel voran gehen die meisten Stroke-Units. Sie betreiben heute eine Dysphagiediagnostik und -therapie. Auch das Schlucken des alternden multimorbiden Menschen ist zunehmend Gegenstand der klinischen Versorgung und Forschung.

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Zahlen zu den volkswirtschaftlichen Kosten in Deutschland gäbe es bislang nicht. Für die USA bezifferte eine Studie den ökonomischen Einfluss einer Schluckstörung auf 547.307.964 US-Dollar im Jahr. „Kosten, die darauf zurückzuführen sind, dass die Dysphagie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wurde“, sagt Hey.

Bei der hier angesprochenen Dysphagie gerät der Speisebrei beim versehentlichen Verschlucken in die Luftröhre. Dies kann zu einer gefährlichen Lungenentzündung führen, aber auch zu Fehl- und Mangelernährung. Die Folge kann ein verlängerter Kranken­haus­auf­enthalt sein, auch ein Versterben an einer Lungenentzündung aufgrund einer Dysphagie ist keine Seltenheit. Für Betroffene bedeutet dieses Krankheitsbild eine erhebliche Minderung der Lebensqualität, die eine psychische, soziale und gegebenenfalls berufliche Reintegration erschweren. Bei Erwachsenen verursachen häufig Tumoren im Kopf-Hals-Bereich eine Schluckstörung, im Alter können sie bei Demenz-Patienten auftreten. Die häufigsten Ursachen sind jedoch Schlaganfälle. © gie/aerzteblatt.de

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