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Ausland

Medizinische Versorgung in Kriegsgebieten wird lebensgefährlich

Mittwoch, 4. Mai 2016

New York – Krankenhäuser in Kriegsgebieten sollen nach dem Willen des UN-Sicher­heitsrats künftig besser geschützt werden. In einer am Dienstag einstimmig verabschie­deten Resolution verurteilt das höchste UN-Gremium Angriffe auf Krankenhäuser, andere Gesundheitseinrichtungen und deren Mitarbeiter scharf. Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) hatten die Resolution angestoßen und den Schutz ziviler Einrichtungen gefordert.

Die internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen, Joanne Liu, forderte in einer Rede vor dem UN-Sicherheitsrat, die tödlichen Angriffe auf zivile Einrichtungen zu stoppen. „Gezielte Angriffe auf Krankenhäuser und zivile Einrichtungen scheinen zur Routine geworden zu sein. Der Luftangriff auf das Al-Kuds-Krankenhaus in Aleppo vergangene Woche, bei dem mindestens 50 Menschen starben, ist ein aktuelles Beispiel dafür, wie das humanitäre Völkerrecht von verschiedenen Kriegsparteien immer wieder verletzt wird“, sagte Liu.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, dass solche Angriffe nicht nur in Syrien statt­fänden. Auch im Jemen, im Irak und im Südsudan würden Krankenhäuser ins Visier genommen.

„Umfassende Angriffe auf Gemeinden und präzise Angriffe auf Gesundheits­ein­richtungen werden als Fehler bezeichnet, verleugnet oder tot geschwiegen. In der Realität sind sie Teil massiver, willkürlicher und unverhältnismäßiger Angriffe auf Zivilisten in städtischen Gebieten und von Terrorakten“, sagte Liu.

Sie forderte die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates auf, ihre „außerordentlichen Verantwortung gerecht zu werden und für alle Staaten ein Beispiel zu setzen“. Denn „vier der fünf ständigen Mitglieder dieses Rates sind in unterschiedlichem Maße mit Koalitionen verbunden, die im vergangenen Jahr für Angriffe auf Gesundheits­einrichtungen verantwortlich waren“, so Liu. Dazu gehöre die NATO-geführte Koalition in Afghanistan, die saudisch-geführte Koalition im Jemen und die von Russland unterstützte syrisch-geführte Koalition.

„Was wir brauchen, ist ein grundlegender Verhaltenswandel in der Kriegsführung“, sagte der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer.

© hil/dpa/aerzteblatt.de

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