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Auch bei TIA rasche Behandlung auf Stroke Unit nötig

Montag, 9. Mai 2016

/dpa

Berlin – Auf die Gefährlichkeit einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA), manchmal auch „Mini-Schlaganfall“ genannt hat, die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) hingewiesen.

Bei etwa einem Viertel der jährlich etwa 270.000 Schlaganfälle in Deutschland erholen sich die Patienten innerhalb von 24 Stunden vollständig von den neurologischen Ausfällen. Die Gefahr ist damit jedoch nicht vorüber. „Etwa 20 Prozent der Betroffenen erleiden innerhalb der nächsten drei Monate einen großen Schlaganfall, der zu bleibenden Behinderungen oder häufig zum Tod führt“, warnt Joachim Röther, Chefarzt der Neurologischen Klinik der Asklepios Klinik Altona, anlässlich des Welt-Schlaganfall-Tages am 10. Mai. Eine TIA sollte daher immer Anlass sein, nach den Gründen zu suchen, um diese abzustellen, empfiehlt der DSG-Pressesprecher.

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Zur Diagnostik gehören eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie, um das Ausmaß der Schäden zu beurteilen. „Eine Ultraschalluntersuchung zeigt, ob Carotisstenosen vorhanden sind“, so Röther. Zum Check-Up gehörten neben Blutdruckmessung und Analyse der Blutfette sowie des Blutzuckers außerdem ein Langzeit-EKG, da ein Vorhofflimmern zur Bildung von Blutgerinnseln im Herzen führe, die ins Gehirn driften und dann einen Schlaganfall auslösen können. In einer Ultraschalluntersuchung des Herzens würden diese Gerinnsel gelegentlich sichtbar. „In den ersten Tagen nach einer TIA ist das Risiko eines Schlaganfalls mit bleibenden Folgen besonders hoch, sodass die Patienten auf der Stroke Unit besonders intensiv monitorisiert werden müssen“, betont Otto Busse, Geschäftsführer der DSG.

Wie erfolgreich eine intensive Betreuung der Betroffenen sein kann, zeigen die Ergebnisse eines internationalen TIA-Registers unter deutscher Beteiligung, deren Ergebnisse in diesen Tagen im New England Journal of Medicine (2016; 374: 1533-42) vorgestellt wurden. In den ersten drei Monaten nach der TIA erlitten nur 3,7 Prozent der Patienten einen Schlaganfall – deutlich weniger als aufgrund des Schweregrades der Erkrankung zu erwarten gewesen wäre. Nach einem Jahr waren es 5,1 Prozent.

„Das Stroke Unit-Konzept, das wir vor bald 20 Jahren entwickelt haben, hat in Deutschland zu einer sehr guten Versorgungssituation beigetragen“, betont Busse. Wichtig sei es aber, die Symptome des leichten Schlaganfalls zu erkennen und sofort zu handeln. © hil/aerzteblatt.de

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