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Forscher: Frauen in DDR massenhaft in Kliniken weggesperrt

Mittwoch, 11. Mai 2016

Halle – In der DDR sind nach Forschungen des Medizinhistorikers Florian Steger massen­haft Frauen wegen angeblicher Geschlechtskrankheiten in Kliniken eingewiesen worden. Der Wissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg sagte dem ARD-Magazin „Fakt“, das sei ein DDR-weites Problem gewesen. „Es ist keine lokale Geschichte“, erklärte er am Mittwoch.

Die meisten Frauen seien eingesperrt worden, obwohl sie nicht erkrankt gewesen seien, sagte Steger nach dem TV-Beitrag von Dienstagabend. Die Abteilungen seien Teil des DDR-Staatssystems gewesen, um sozialistische Bürgerinnen zu erziehen. Das Vorgehen habe es nicht nur in Halle gegeben, wo er seine Forschung begonnen habe, sondern auch in Berlin, Leipzig, Dresden oder Magdeburg.

Quellen deuteten daraufhin, dass es im Jahr etwa 3.000 Frauen gewesen sein könnten, die mehrere Wochen auf den Stationen weggesperrt wurden. Viele litten bis heute darunter. „Das vergisst man sein Leben lang nicht“, sagte Steger. Er ist Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin in Halle und will seine Forschungen zum Thema künftig auf andere Staaten ausweiten. © dpa/aerzteblatt.de

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