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Politik

Patienten­beauftragter Laumann zufrieden mit neuem UPD-Betreiber

Mittwoch, 11. Mai 2016

Karl-Josef Laumann /dpa

Berlin – Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), hat eine positive Bilanz der ersten 130 Tage Unabhängiger Patientenberatung (UPD) unter dem neuen Betreiber gezogen. „Ich bin sehr zufrieden mit der bisherigen Arbeit der neuen UPD“, sagte Laumann in Berlin. Es gebe nun ein deutlich verbessertes Beratungs­­angebot, die telefonischen Erreichbarkeitszeiten seien verlängert worden und es gebe statt 21 nun 30 Beratungsstellen vor Ort. Für Laumann steht auch im Fokus, dass die UPD künftig bekannter werden muss und sich breiter aufstellt. Daran soll in den kommenden Monaten gearbeitet werden.

Auch UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede zieht eine positive erste Bilanz. „Wir haben unsere bisherigen Ziele voll erreicht“, sagte er in Berlin. Bei der telefonischen Erreichbarkeit zeige sich, dass besonders in den Abendstunden und am Wochenende Menschen mit schwierigen Fällen anrufen. Die UPD-Telefone sind unter der Woche bis 22 Uhr erreichbar, samstags bis 18 Uhr.

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Mobile Beratung vor Ort
Zur Vor-Ort-Beratung in 30 Städten sei auch ein Beratungs-Mobil dazu gekommen: Drei Autos seien alleine im April in 39 Städten gewesen und hätten dort 240 Beratungen angeboten. Für diese Beratungen müssen Patienten im Vorfeld einen Termin aus­machen. Insgesamt fanden 90 Prozent der über 24.000 Beratungen in diesem Jahr am Telefon statt, rund 200 Menschen wollten die Antworten per Fax erhalten. Per E-Mail wurden 2.024 Beratungs-Anfragen gestellt.

Die Beschwerden der Patienten sind mit 23 Prozent rechtliche und 77 Prozent medizi­nische Fragestellungen. Bei den rechtlichen geht es in 36 Prozent der Fälle um Ansprüche gegenüber den Krankenkassen, in 41 Prozent um die GKV-Mitgliedschaft und einen Kassenwechsel. Bei den Beratungen mit medizinischen Fragen geht es bei 53 Prozent der Ratsuchenden um Zahnersatz und Implantate, 29 Prozent sind auf der Suche nach einem Facharzt in ihrer Umgebung.

UPD soll System auf Probleme screenen
Laumann erwartet, dass die Betreiber der UPD die Beratungsschwerpunkte systematisch erhebt. „Über die UPD können wir die Probleme im Gesundheitswesen erfassen und als Gesetzgeber handeln. So haben wir in der Vergangenheit über vermehrte Anfragen bei der UPD zu den Regelungen bei Mutter-Kind-Kur erfahren, welche Probleme es mit den Kassen gibt“, erzählt Laumann.

Auch die Probleme bei der Qualität von Heil- und Hilfsmitteln sowie die unerlaubten Nachfragen der Krankenkassen bei Menschen, die Krankengeld beziehen, seien durch verstärkte Anrufe bei der UPD in den politischen Diskurs gekommen. „Daher sind die Berichte der UPD an den Patientenbeauftragten auch politisch sehr wichtig“, sagte Laumann. Er erwarte, dass die Beratungskontakte gut dokumentiert werden.

Die UPD habe bereits auf die Situation mit mehr Flüchtlingen reagiert – es gebe seit Anfang Mai ein Beratungsangebot in arabischer Sprache. Dort würden Muttersprachler die Pateinten beraten, bei komplizierten Fragen werden die Experten von Simultan­dolmetschern unterstützt. Hier kämen auf die UPD ganz neue Beratungsfragen zu, da viele geflohenen Menschen keinen Versicherungsstatus haben. Auch daher nehme derzeit die Beratung von Nicht-Versicherten zu.

Besonders bei der Ausschreibung und Vergabe der UPD an die Sanvartis AG hatte es heftige Kritik aus der Opposition im Bundestag, aus der Ärzteschaft, von Patienten­vertretern und Verbraucherschützern gegeben. Um dieser Kritik vorzubeugen hatte Laumann Evaluationen und regelmäßige Berichte eingefordert.

„Es gibt im Gesundheitswesen keine anderen sieben Millionen Euro, die so gut evaluiert werden wie dieses jährliche Budget der UPD“, sagte Laumann. Zur intensiveren Kontrolle der UPD-Betreiber wurde auch die Position eines Auditors geschaffen, der auf alle Vorgänge und Daten der UPD Zugriff haben soll. Diese Position sollte seit März diesen Jahres besetzt sein – allerdings scheint sich die Suche nach einer geeigneten Person schwieriger als geplant zu gestalten: Der Beirat, der alle drei Monate tagt, sei weiter auf der Suche nach dem Auditor. Bis zur Sommerpause solle diese Stelle besetzt sein „mit einer neuen Person oder einer anderen Konstruktion“ – so formuliert Laumann die derzeitige Situation. © bee/aerzteblatt.de

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