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Lysetherapie bei Schlaganfall in Kliniken mit Stroke Unit häufiger eingesetzt

Dienstag, 17. Mai 2016

Berlin – In Kliniken mit einer sogenannten Stroke Unit setzen Ärzte eine Lysetherapie bei Schlaganfall deutlich häufiger ein als in Kliniken ohne eine solche Spezialstation. Das berichtet die baden-württembergische „AG Schlaganfall“ in Kooperation mit den Universitäts­kliniken Heidelberg und Mannheim in der Fachzeitschrift Neurology (doi: 10.1212/WNL.0000000000002695).

Die „Lyse“ besteht aus einer Infusion mit einem Enzym, das Blutgerinnsel in Blutgefäßen des Gehirns auflöst. „Da die Therapie sehr schnell eingeleitet werden muss und die Patienten zudem sehr sorgfältig ausgewählt werden müssen, stellt diese Behandlung hohe Anforderungen an die Schlaganfallbehandlungskompetenz eines Krankenhauses“, erläutert der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Hans-Christoph Diener.

Die Arbeitsgruppe um Peter Ringleb und Christoph Gumbinger, Universitätsklinik Heidelberg, analysierte für die Studie Daten von Patienten in Baden-Württemberg, die so schnell in der Klinik waren, dass sie potenziell für eine Lysetherapie infrage kamen. Schlaganfallzentren behandeln danach etwa 45 Prozent der Patienten, die innerhalb von 4,5 Stunden in der Klinik sind, mit einer Lysetherapie. Dagegen erhalten in Krankenhäusern ohne Stroke Unit nur 13 Prozent der Patientengruppe eine Lyse. Über 17 Prozent der Patienten wurden trotz des flächendeckenden Versorgungsplans in Baden-Württemberg in einem Krankenhaus ohne Stroke Unit behandelt.

„Die Analyse zeigt, dass die Behandlungshäufigkeit der Lysetherapie um ein Drittel ge­stei­gert werden könnte. Dadurch blieben auch mehr Patienten nach einem Schlagan­fall Behinderungen erspart“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schlaganfall-Gesell­schaft (DSG), Otto Busse. DGN und DSG fordern daher, möglichst alle Schlag­anfall-Patienten in Kliniken mit Schlaganfallstationen zu behandeln.

„Es sollte einerseits sichergestellt werden, dass der Rettungsdienst oder Notarzt die Betroffenen nur in Kliniken mit Stroke Unit bringt, andererseits müssen gegebenenfalls die bestehenden Stroke Units vergrößert werden, um die zusätzlichen Patienten aufzu­nehmen“, sagte Darius Nabavi, Vorsitzender der Stroke Unit-Kommission der DSG.

© hil/aerzteblatt.de

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