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Ärzteschaft

KV empfiehlt Zurückhaltung bei verschreibungs­pflichtigen Antihistaminika

Donnerstag, 19. Mai 2016

/dpa

Düsseldorf – Ärzte sollten in der Heuschnupfensaison verschreibungspflichtige Antihista­minika zurückhaltend verordnen und die nicht verschreibungspflichtigen so genannten OTC-Präparate bevorzugt empfehlen. Das rät die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein in einer aktuellen Verordnungsinfo.

Sie verweist dabei auf die Arzneimittelrichtlinie: Danach sollen Ärzte nicht verschrei­bungs­pflichtige Präparate zu Lasten der Versicherten verordnen, wenn diese notwendig, zweckmäßig und ausreichend sind. „Erst wenn die nicht verschreibungspflich­tigen Präparate nicht wirken oder nicht vertragen werden, sollten verschreibungspflich­tige Antihistaminika auf einem Kassenrezept verordnet werden“, empfiehlt die KV.

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Bekanntlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die rezeptfreien Arzneimittel nicht, es sei denn, diese stehen auf der sogenannten OTC-Ausnahmeliste in Anlage I der Arzneimittelrichtlinie. Tatsächlich sind rezeptfreie Antihistaminika hier aufgeführt. Danach sind sie unter bestimmten Bedingungen zu Lasten der Kassen verordnungs­fähig, nämlich

  • in Notfallsets zur Behandlung bei Bienen-, Wespen-, Hornissengift-Allergien,
  • zur Behandlung schwerer, rezidivierender Urticarien,
  • bei schwerwiegendem, anhaltendem Pruritus, also Juckreiz,
  • zur Behandlung bei schwerwiegender allergischer Rhinitis, bei der eine topische nasale Behandlung mit Glukokortikoiden nicht ausreichend ist.

„In diesen Fällen sind nicht-rezeptpflichtige Antihistaminika die wirtschaftliche Alterna­tive“, so die Empfehlung der KV. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 20. Mai 2016, 13:22

Und der Arzt hat dann den "Schwarzen Peter"

wenn er in einen Arzneimittelregress kommt, weil er zu leichtfertig die "Ausnahmeindikationen" angesetzt hat:

- Notfallset zur Behandlung bei Bienen-, Wespen-, Hornissengift-Allergien,
- bei schwerer, rezidivierender Urticaria,
- bei schwerwiegendem, anhaltendem Pruritus,
- zur Behandlung bei schwerwiegender allergischer Rhinitis, bei der eine topische nasale Behandlung mit Glukokortikoiden nicht ausreichend ist.

Denn was dann letzten Endes "schwerwiegend" ist, wollen doch die Krankenkasse selbstherrlich alleine entscheiden.

Und "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie" selbstverständlich kosten- und honorarfrei Ihren Arzt!?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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