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Pflegestützpunkte brauchen klarere Vorgaben und mehr Personal

Donnerstag, 19. Mai 2016

Saarbrücken – Die rund 400 sogenannten Pflegestützpunkte in Deutschland sind eine wichtige Hilfe für Pflegebedürftige und Angehörige. Sie leiden aber zum Teil unter unklaren Vorgaben und unter Personalmangel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft in Saarbrücken. In Auftrag gegeben hatte sie die Friedrich-Ebert-Stiftung.

In Deutschland besteht seit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz aus dem Jahr 2008 ein Rechtsanspruch auf Pflegeberatung. Hintergrund der Gesetzes-Initiative war die Erfahrung, dass Pflegebedürftige und deren Angehörige häufig damit überfordert waren, Hilfen zu beantragen und zu organisieren. Das führte dazu, dass die Betroffenen die in den Sozialgesetzbüchern verankerten Leistungen zu spät oder gar nicht in Anspruch nahmen. Abhilfe sollen die mittlerweile rund 400 Pflegestützpunkte schaffen, indem sie Pflegebedürftige und Angehörige unabhängig und fachlich kompetent beraten.

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Die Studie lässt keinen Zweifel an der Sinnhaftigkeit und dem Nutzen von Pflege­stützpunkten für die Bevölkerung. Allerdings herrsche bei der Ausgestaltung vor Ort eine „große Umsetzungsvielfalt“. „Diese Vielfalt ist vor allem deshalb zustande gekommen, weil in den Länderregelungen an vielen Punkten keine stringenten Vorgaben zum Beispiel zu Einzugsgebiet, Struktur, Leistungserbringung und Ausstattung formuliert wurden“, heißt es in der Studie.

Aber auch innerhalb der Bundesländer seien die Unterschiede beträchtlich: Je nach Region verfügten die Stützpunkte über höchst unterschiedliche finanzielle Mittel, gute oder schlechte Räumlichkeiten und eine unterschiedliche Personalausstattung. Auch das Aufgaben- und Zuständigkeitsverständnis der Pflegestützpunkte sei regional verschieden. Die Studienautoren empfehlen daher „präzisere Strukturvorgaben“ für eine einheitliche und verbindliche Mindestqualität.

Ein wichtiger Punkt ist laut der Studie die Personalausstattung: „Bei den derzeit üblichen Einzugsgebieten von mehr als 100.000 Einwohnern pro Pflegestützpunkt kann ein problemloser Zugang zum Beratungsangebot nicht überall angenommen werden. Es sollten deswegen entweder die Einzugsgebiete der Pflegestützpunkte verkleinert werden oder eine personelle Aufstockung erfolgen“, empfehlen die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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