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Medizin

Prädiabetes: Individuelles Risiko für Herz-­Kreislauferkrankungen und Erfolg von Lebens­stilintervention voraussagen

Freitag, 20. Mai 2016

dpa

Tübingen - Menschen mit Prädiabetes haben ein erhöhtes Risiko für diverse Folgeerkrankungen. Das individuelle Risiko unterscheidet sich jedoch deutlich. Neue Analysen zeigen, dass die Untersuchung auf Fettleber, vermehrtes Bauchfett sowie Störung der Produktion und Wirkung von Insulin helfen kann, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Typ-2-Diabetes besser vorherzusagen. Die Ergebnisse wurden im Journal The Lancet Diabetes & Endocrinology (doi:10.1016/S2213-8587(16)00082-6) veröffentlicht.

Tübinger Forscher um den Diabetologen Norbert Stefan haben Daten von etwa 1.000 Teilnehmern der Tübinger Diabetes Familienstudie analysiert. Darunter waren knapp über 400 Menschen mit einem Prädiabetes. Ausschlaggebend für das individuelle Diabetes-Risiko waren die vier Phänotypen Fettleber, vermehrtes Bauchfett, eine gestörte Insulin-Produktion und -Wirkung.

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Nur drei der vier Phänotypen sagten voraus, wie gut es den Prädiabetes-Probanden gelang mittels Lebensstilintervention ihre Blutzuckerwerte zu normalisieren. Das Bauchfett spielte hierbei keine Rolle. Eine Verdickung der Halsschlagader und somit ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zeigten hingegen vor allem Patienten mit Fettleber und vermehrtem Bauchfettgehalt.

Zudem haben die Wissenschaftler die Häufigkeit der vier Risiko-Phänotypen unter den unterschiedlichen BMI-Kategorien (Normalgewicht, Übergewicht, Fettleibigkeit) bei Menschen mit normalen Blutzuckerwerten und bei Menschen mit Prädiabetes untersucht.

Sie konnten zeigen, dass zwischen den BMI-Kategorien eine unterschiedliche Verteilung dieser Phänotypen vorliegt (Abbildung). Während zum Beispiel eine defekte Insulinproduktion der mit Abstand häufigste Risiko-Phänotyp bei normalgewichtigen Menschen mit Prädiabetes ist, nehmen die Häufigkeiten der Fettleber und des vermehrten Bauchfettgehalts bei übergewichtigen und adipösen Menschen deutlich zu.

Die Studienautoren plädieren dafür, die Kategorien bei der individuellen Risikobewertung zu berücksichtigen. Sollten sich diese bewähren, könnten sie auch in Leitlinien integriert werden.

© gie/idw/aerzteblatt.de

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