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Ärzteschaft

KBV-Vertreter­versammlung beschließt Positionspapier zur Zukunft der Versorgung

Montag, 23. Mai 2016

Andreas Gassen /Gebhardt

Hamburg – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat heute in Hamburg ein Positionspapier zur Zukunft der vertragsärztlichen Versorgung beschlossen. „KBV 2020 – das ist das Konzept, mit dem wir als KV-System unsere Ideen und unseren Sachverstand einbringen, um die hochwertige flächen­deckende ambulante Medizin auch in Zukunft sicherzustellen“, erklärte der KBV-Vor­standsvorsitzende Andreas Gassen vor der VV. Mit dem Konzept wolle man sich bereits vor der Bundestagswahl 2017 in die politische Diskussion einbringen.

Das Papier „KBV 2020 – Versorgung gemeinsam gestalten“, das die VV-Mitglieder im Wesentlichen in zwei Klausursitzungen erarbeitet haben, befasst sich mit fünf Themen­komplexen: der Sicherstellung, der Kooperation zwischen Praxen und Krankenhäusern, der Zukunft des Arztberufs, der Zusammenarbeit von Ärzten und nichtärztlichen Gesundheitsberufen sowie einer besseren Koordinierung der Inanspruchnahme von ärztlichen Leistungen.

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„Der Sicherstellungsauftrag ist wesentliches Element der solidarischen Kranken­versicherung“, erläuterte Gassen die KBV-Position. Dessen Rahmenbedingungen müssten jedoch offener gestaltet und alte Gegensätze zwischen Haus- und Fachärzten oder Kollektiv- und Selektivverträgen überwunden werden. Die KVen müssten größere Spielräume für regionale Lösungen erhalten, um dem unterschiedlichen Versorgungs­bedarf in den Regionen besser Rechnung tragen zu können.

Um dabei die Krankenkassen vor Ort stärker einbinden zu können, sei es unerlässlich, wieder kassenartenspezifische Gesamtverträge zu ermöglichen, heißt es dazu im Positionspapier. Um die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern zu verbessern, schlägt die KBV eine engere Kooperation in der Bedarfsplanung vor. Das gelte für den Not- und Bereitschaftsdienst, aber auch dort, wo Krankenhäuser schließen müssten und die Versorgung verstärkt von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten übernommen werde. Für eine bessere Steuerung der Patienten durch das Gesundheitssystem setzt die KBV auf freiwillige Lösungen. Sie schlägt im Positionspapier spezielle Versicherungstarife für diejenigen Patienten vor, die sich verpflichten immer zuerst den Hausarzt aufzusuchen, und für diejenigen, die sich für den direkten Zugang zum Facharzt entscheiden.

„Mit den inhaltlichen Punkten des Konzepts KBV 2020 zeigen wir, wie moderne medizinische Versorgung im 21. Jahrhundert aussehen kann“ erklärte KBV-Vorstand Gassen. Er appellierte zugleich an den Gesetzgeber, diejenigen in der Verantwortung für die Versorgung zu lassen, die etwas davon verstünden: die KVen und die KBV. Dafür benötige die ärztliche Selbstverwaltung jedoch „Beinfreiheit“ und keine „weiteren Fesseln“.

Gassen spielte damit auf den Entwurf zu einem GKV-Selbstver­waltungsstärkungsgesetz an, mit dem Ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) die Kontrollbefugnisse über die ärztlichen Körperschaften und die Krankenkassen erweitern will. Hintergrund ist der Streit zwischen Ministerium und KBV um überhöhte Pensionsansprüche des ehemaligen KBV-Vorsitzenden Andreas Köhler, unrechtmäßige Zahlungen an die ehemalige KBV-Juristin Ulrike W. sowie die geschiedene Ehefrau des ehemaligen KBV-Haupt­geschäftsführers Rainer Hess, die Köhler veranlasst hatte.

Darüber hinaus geht es um undurchsichtige Immobilien­geschäfte im Rahmen des Umzugs der KBV von Köln nach Berlin. Das Ministerium hatte die KBV ultimativ auf­gefordert, zu viel gezahlte Beträge gerichtlich einzu­klagen und ihre Immobilien­geschäfte zu ordnen. Ansonsten werde man einen Staatskommissar mit der Geschäfts­führung der KBV betrauen. „Die KBV hat Fehler gemacht“, räumte Gassen jetzt in Hamburg ein. Diese würden lückenlos aufgearbeitet. Die notwendigen Beschlüsse, die die For­derungen des Bundesgesund­heitsministeriums erfüllen, sollen in geschlossener Sitzung getroffen werden. © HK/aerzteblatt.de

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Avatar #631326
Mut zur Wahrheit
am Dienstag, 24. Mai 2016, 09:45

Kein Wort von

Zusammenlegung der KV, Abschaffen der Bezirksstellen,
da ließe sich Geld sparen
Kein Wort davon, daß die Notaufnahmen volllaufen.
Kein Wort davon, daß die Hausärzte Ihre Patienten nicht mehr versorgen am Mittwoch Nachmittag
Kein Wort von einer konkreten Selbstbeteiligung der Patienten

Die KV vertritt definitiv nicht die Ärzte !!
LNS

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