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Burnout-Fehltage bei DAK-Versicherten um 60 Prozent zurückgegangen

Montag, 23. Mai 2016

/ DAK-Gesundheit/iStock

Hamburg – Von Veränderungen bei Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen berichtet die DAK-Gesundheit. Danach sind die Ausfalltage durch ein sogenanntes Burnout seit 2011 um rund 60 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Fehltage durch Depressionen stiegen hingegen um 41 Prozent an.

Laut einer Analyse der Versichertendaten entfielen 2015 auf 100 DAK-Versicherte 4,3 Fehltage wegen Burnout. 2011 waren es noch 10,2 Tage. Bei der Depression erhöhte sich die Anzahl der Fehltage im gleichen Zeitraum von 81 Tagen auf 114 Tage bei 100 Versicherten.

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„Wir beobachten, dass sich das Bewusstsein, wenn es um Seelenleiden geht, immer mehr erhöht“, erläuterte die DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. Psychische Erkrankungen, die durch chronischen Stress verursacht wurden, würden heute eher als Anpassungsstörung oder Depression erkannt.

Bereits 2011 hat die Stiftung Deutsche Depressionshilfe vor einem inflationären Gebrauch des Modewortes „Burnout“ gewarnt. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, erläuterte, dass viele Menschen, die wegen „Burnout“ eine längere Auszeit nähmen, in Wahrheit an einer depressiven Erkrankung litten. Problematisch und nicht selten in gefährlicher Weise irreführend sei dabei, dass der Begriff „Burnout“ eine Selbstüberforderung oder Überforderung von außen als Ursache suggeriere.

Mit dem Begriff Burnout sei häufig die Vorstellung verbunden, dass ein ruhigerer Lebensstil eine gute Bewältigungsstrategie sei. Verberge sich hinter diesem Begriff aber eine depressive Erkrankung, so seien dies keine empfehlenswerten und oft sogar gefährliche Gegenmaßnahmen, hieß es aus der Stiftung. „Der beste Weg zu einem optimalen Umgang mit der Erkrankung Depression ist es, eine Depression auch Depression zu nennen“, betonte Hegerl. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 25. Mai 2016, 23:59

Woher

weiss die DAK das? Die erhält nur die Abrechnungsdiagnosen - und da gibt es keine Ziffer für "Burn-Out"! Die Z73 umfasst ganz unspezifisch "Probleme bei der Alltagsbewältigung" - unter anderem auch "Burn-Out", aber auch sonstige Stressfolgen beliebiger Ursache
Avatar #95038
JSchuster
am Dienstag, 24. Mai 2016, 09:48

Der feine Unterschied

Wer Burnout und Depression nicht unterscheiden kann, sollte nicht als "Experte" herangezogen werden. Leider messen Psychotherapeuten nicht, "sie wissen was mit einem Menschen los ist". Burnout lässt sich im Labor über die Erschöpfung zahlreicher Parameter des Endokrinums gut erkennen.
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