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Medizin

Herzinsuffizienz: Jeder dritte Patient kehrt nicht zurück an den Arbeitsplatz

Montag, 23. Mai 2016

Florenz – Nur zwei von drei Patienten, die erstmals wegen einer Herzinsuffizienz im Krankenhaus waren, kehren nach einem Jahr zurück an ihren Arbeitsplatz. Vor allem ältere Patienten zwischen 51 und 60 Jahren, Frauen und solche mit einem schlechten Bildungsstatus traten ihre Arbeitsstelle nicht wieder an. Die Ergebnisse der dänischen Studie stellte Rasmus Roerth vom Copenhagen University Hospital auf dem Kongress der European Society of Cardiology in Florenz vor.

In der Studie wurden 11.880 Patienten mit Herzinsuffizienz im Alter von 18 bis 60 unter­sucht, die vor ihrem ersten Aufenthalt im Krankenhaus in einem Arbeitsverhältnis standen. Ein Jahr nach dem Klinikaufenthalt traten 68 % ihre Arbeit wieder an, 25 % kehrten nicht zurück und 7 % waren verstorben. „Die Ergebnisse bestätigen, dass ein Herzversagen die Möglichkeiten der Betroffenen weiterhin unabhängig am normalen Leben teilzunehmen, deutlich einschränkt,“ sagt Roerth.   

Bildungsniveau und Genderaspekte ausschlaggebend
Die Wissenschaftler haben zudem das Bildungsniveau, Genderaspekte, Komorbiditäten, den Arbeitsstatus und das Alter der Probanden ausgewertet. Diejenigen, die einen höheren Schulabschluss hatten, kehrten doppelt so oft an ihren Arbeitsplatz zurück. Roerth vermutet die Ursache darin, dass eine bessere Ausbildung häufig mit weniger körperlichen Tätigkeiten verknüpft ist. Zudem könne es für jene einfacher sein, flexible Arbeitszeiten zu organisieren.

Ein Unterschied war auch zwischen Männern und Frauen zu sehen. Männer hatten eine 24 % höhere Wahrscheinlichkeit, ihre Arbeit wieder aufzunehmen im Vergleich zu Frauen. Auch hierfür hat Roerth eine Erklärung: „Eventuell sehen sich Männer unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen häufiger in der Pflicht, wieder zu arbeiten.“

Weitere Aspekte, die sich negativ auf die Wiederaufnahme der Arbeit nach einem Jahr auswirkten, waren ein Krankenhausaufenthalt von mehr als sieben Tagen und vorhandene Komorbiditäten. Frühere Schlaganfälle, Nierenleiden, chronische obstruktive Lungenkrankheit (COPD), Diabetes oder Krebs verschlechterten die Aussicht, wieder in den Arbeitsalltag zurück zu kehren.

Ziel weiterer Studien sollte es sein, die Ursachen genauer zu untersuchen: Warum nehmen Patienten mit Herzversagen, die zuvor eine Arbeit hatten, nach dem Klinik­aufenthalt diese nicht wieder auf? Mit diesem Wissen könnten Ärzte Risikogruppen individuell aufklären und beispielsweise mit Reha-Programmen, psychologischer Beratung oder Schulungsangeboten entgegenwirken. © gie/aerzteblatt.de

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