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Neue Auswertung von Pflege-TÜV-Daten zeigt Unterschiede zwischen Einrichtungen

Mittwoch, 25. Mai 2016

/dpa

Gütersloh – Eine Neuauswertung von Daten des sogenannten Pflege-TÜV hat die Bertelsmann Stiftung zusammen mit Dachverbänden von Patienten- und Verbraucher­organisationen vorgelegt. Im Rahmen des Vergleichsportals „Weisse-liste.de“ können Verbraucher künftig genauer als bislang recherchieren, welche Einrichtungen oder Pflegedienste ihren Bedürfnissen entsprechen.

Der sogenannte Pflege-TÜV mit Schulnoten für Pflegeheime steht wegen mangelnder Aussagekraft schon lange in der Kritik und wird derzeit überarbeitet. Weil aber erst 2019 mit neuen Prüfergebnissen zu rechnen sei, haben die Experten die Daten nun anders aufbereitet. Auf diese Weise sollen Pflegebedürftige und Angehörige leichter erkennen können, wie gut die Pflegequalität jeweils ist.

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„Die neue Auswertung der Prüfergebnisse kann zwar die grundsätzlichen Schwächen des Bewertungssystems nicht kurieren, sie bietet aber mehr Transparenz und Orientierung für Verbraucher“, erläutert Uwe Schwenk, Programmleiter bei der Bertelsmann Stiftung.

Bei der bisherigen Auswertung in Form von Pflegenoten liegt der bundesweite Durchschnitt bei Pflegediensten und -heimen bei jeweils 1,3. 26 Prozent der Heime und 40 Prozent der Dienste erhalten eine glatte 1,0. Nach der neuen Auswertungsmethode der Weissen Liste erfüllen nur elf Prozent der Heime beziehungsweise 29 Prozent der Dienste die bei ihnen geprüften Kriterien zu 100 Prozent. Rund zwei Prozent der Pflege­heime (rund 180 bei 11.600 Einrichtungen) und vier Prozent der Pflegedienste (rund 530 bei 14.000) schneiden nach der neuen Auswertung besonders schlecht ab – und haben lediglich ein Drittel oder weniger der bewerteten Kriterien bei allen überprüften Pflegebe­dürftigen in der Stichprobe voll erfüllt.

Der Grund für die Unterschiede zwischen der alten Auswertungssystematik und der neuen: In die neue Bewertung sind nur Daten aus den Bereichen Pflege und Medizin eingeflossen. Gute Werte bei weniger zentralen Aspekten, etwa die Gestaltung von Aufenthaltsräumen oder die Schriftgröße von Speiseplänen, können so gravierende Pflegemängel nicht länger ausgleichen.

Die Politik hat inzwischen einen Qualitätsausschuss ins Leben gerufen, der ein neues Qualitätsprüfungs- und Veröffentlichungssystem für Pflegeeinrichtungen entwickeln soll. Mit den neuen Prüfergebnissen ist aber frühestens 2019 zu rechnen. Bis dahin werden die Pflegenoten weiter in der bisherigen Form veröffentlicht. „In der Übergangszeit wollen wir mit der neuen Auswertungsmethode der Pflege-Prüfergebnisse den Verbrauchern mehr Orientierung bieten“, so Schwenk.

Er empfiehlt Verbrauchern, sich bei der Suche nach dem passenden Pflegeanbieter ein eigenes Bild über die Unterschiede und die Qualität der Einrichtungen zu machen und mit den Fachkräften vor Ort zu sprechen. Die „Weisse Liste“ bietet dafür Checklisten an, anhand derer sich Verbraucher orientieren können. Zudem zeigt das Portal an, welche Pflegeberatungsstelle sich in der Nähe des jeweiligen Nutzers befindet.

© hil/dpa/aerzteblatt.de

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