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Studie benennt elf krankmachende psychische Belastungen in der Arbeitswelt

Mittwoch, 25. Mai 2016

/dpa

Berlin – Elf Arbeitsbedingungen, die mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko verbunden sind, haben Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg identifiziert. „Unser Ziel war, diejenigen Krankheiten genauer anzusehen, die in Folge bestimmter physiologischer Veränderungen unter Stress entstehen“, erläuterte die Arbeitsgruppen­leiterin Renate Rau. Dazu suchten die Forscher auch nach verschiedenen Merkmalen, die gute Arbeit ausmachen. „Die Frage war: Können diese Merkmale bei schlechter Ausge­staltung am Arbeitsplatz zu einer Erkrankung führen?“, so Rau.

Die Analyse ist ein Projekt der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga). Dieses wird getragen vom Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK), der Deutschen Gesetzlichen Unfall­versicherung (DGUV), dem AOK-Bundesverband und dem Verband der Ersatzkassen (vdek).

Die Studienauswertungen und die systematische Zusammenfassung von Metaanalysen zeigte, dass es gesicherte Erkenntnisse zu elf psychische Arbeitsbelastungen gibt, die potenziell die Gesundheit gefährden. „Dabei müssen Mitarbeiter noch nicht einmal krank werden, um weniger effizient zu arbeiten. Es reicht, dass durch schlecht gestaltete Arbeitsbelastungen die Leistungsvoraussetzungen der Mitarbeiter beeinträchtigt werden“, so Rau.

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Die elf krankmachenden Belastungen sind laut Studie:

  • hohe Arbeitsintensität
  • geringer Handlungsspielraum
  • geringe soziale Unterstützung
  • Ungleichgewicht zwischen erlebter beruflich geforderter Leistung und dafür erhaltener Belohnung oder Wertschätzung
  • Überstunden
  • Schichtarbeit, gesundheitsgefährdend sind vor allem Abend- und Nachtschichten
  • Rollenstress
  • aggressives Verhalten am Arbeitsplatz und
  • Arbeitsplatzunsicherheit

Als zehnten und elften Belastungsfaktor nennt die Studie die Kombination von geringem Handlungsspielraum und hoher Arbeitsintensität sowie die Kombination von geringem Handlungsspielraum und hoher Arbeitsintensität bei zugleich geringer sozialer Unterstützung.

„Bei psychischen Belastungen ist die Gestaltung der Bedingungen hin zu guter Arbeit kaum ein Kostenfaktor, sondern erfordert ‚nur‘ ein Umdenken. Allerdings gewinnen Unternehmen, die sich hier engagieren, da Arbeit effizienter wird und die Mitarbeiter oft selbst lernen, motivierter zu arbeiten und so ihre Gesundheit zu erhalten“, sagte Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes. Die Studie liefere evidenzbasierte Nachweise, die bei der Konzipierung künftiger Projekte zum betrieblichen Gesund­heitsmanagement mit Blick auf die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer eine wichtige Rolle spielen werden, so Knieps. © hil/aerzteblatt.de

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Meryl Less
am Donnerstag, 26. Mai 2016, 10:38

Weitreichendes Umdenken gefordert

Es genügt nicht einzelne Arbeitsplätze auf ihre psychischen Belastungen hin zu untersuchen und zu optimieren. Es ist ein weitreichenderes Umdenken in Unternehmen notwendig. Der Mensch ist die kostbarste Ressource im Unternehmen:
https://www.work8sam.de/optimierung-der-ressource-mensch-und-projektorganisation/

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