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Apobank erwartet Durchbruch bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Donnerstag, 26. Mai 2016

/dpa

Düsseldorf – Von allen Teilaspekten, die der Megatrend „Digitalisierung im Gesundheits­wesen“ umfasst, erwarten Ärzte die größten Veränderungen für ihren beruflichen Alltag von der digitalen Vernetzung. Gemeint ist damit zum Beispiel die Übertragung von Patientendaten etwa zwischen Krankenhäusern und Niedergelassenen bis hin zur Bereit­stellung elektronischer Patientenakten. Das zeigt die Studie „Digitalisierung im Gesund­heits­markt“, welche die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) heute in Düsseldorf vorgestellt hat.

Die Bank hat dafür zehn relevante Bereiche der Digitalisierung im Gesundheitsmarkt identifiziert – die Vernetzung ist einer davon, andere sind zum Beispiel „Assistenzsysteme ärztlicher Leistungen“, „Patientenplattformen“ und „Computergestützte Diagnostik und Therapie“. Die Bank hat zu diesen Bereichen insgesamt 500 Heilberufler aller Fach­richtungen online befragt, ein Meinungsbild von Standesorganisationen wie Kammern und Kassenärztlichen Vereinigungen skizziert und Telefoninterviews mit Experten aus Wissenschaft und Praxis geführt.

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„Wir sind davon überzeugt, dass digitale Entwicklungen in Zukunft ein wesentlicher Treiber für strukturelle Marktveränderungen und ein zunehmender Erfolgsfaktor für die Anschlussfähigkeit im Wettbewerb sein werden“, sagte der stellvertretende Vorstands­vorsitzende der Apobank, Ulrich Sommer.

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist eine Diskrepanz zwischen Anforderungen und wirtschaftlichen Erfolgsaussichten, die Ärzte offenbar bei dem Thema Digitalisierung befürchten. Laut Studie erwarten 72 Prozent der befragten Heilberufler im Rahmen der digitalen Vernetzung die höchsten Investitionen, 21 Prozent im Bereich „Computerge­stützte Diagnostik und Therapie“ und 20 Prozent der Befragten bei den „Assistenzsys­temen ärztlicher Leistungen“ – letzteres meint zum Beispiel Videosprechstunden und Online-Terminvergaben.

Demgegenüber erwarten nur neun Prozent der Befragten hohe Profite aufgrund dieser Assistenzsysteme. Bei der digitalen Vernetzung sind es sogar nur sechs Prozent, die mit hohen Gewinnen rechnen. Laut Apobank spricht diese Diskrepanz dafür, dass die Anreizsysteme für Heilberufler noch zu gering sind, in digitale Innovationen zu inves­tieren.

Dabei sehen Ärzte durchaus die Chancen der neuen Technologien, zum Beispiel Erleichterungen bei der Dokumentation und effizientes Datenmanagement. „Außerdem werden wir Krankheiten behandeln können, die wir bisher nicht oder nicht so behandeln konnten“, sagte Axel Ekkernkamp, ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Unfall­krankenhauses Berlin, bei der Vorstellung der Studie. Als Beispiele nannte er das sogenannte 3D-Printing von Organen aus körpereigenem Material, die Anfertigung von individuellen Implantaten im Gesichtsbereich und die personalisierte Behandlung von Krebspatienten.

Ein weiterer Aspekt der Studie beleuchtet die Auswirkungen der neuen Technologien auf das Arzt-Patienten-Verhältnis: Zwei Drittel der Heilberufler sind laut Studie der Auffas­sung, dass Selbsthilfeplattformen, sogenannte Community-Plattformen“, dieses Verhält­nis am stärksten beeinflussen und verändern werden. 87 Prozent der Befragten meinen zudem, dass sich diese Plattformen von allen Digitalisierungstrends am schnellsten durchsetzen werden.

Zum Thema Schnelligkeit: Die Apobank verweist darauf, dass die Digitalisierung kein Zukunftsthema sei, sondern Gegenwart. Verschiedene Akteure und Trends sorgten dafür, dass es immer wichtiger werde. Dazu zähle die Politik mit ihrem E-Health-Gesetz, stärker aber noch die Internationalisierung des Gesundheitsmarktes und – am wichtigs­ten – die Patienten, die Leistungen und Standards einforderten. So erkläre es sich, dass laut der Studie rund ein Drittel der Heilberufler der Meinung sei, dass sich digitale Trends im Gesundheitswesen innerhalb der nächsten vier Jahre durchsetzen würden. © hil/aerzteblatt.de

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