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Medizin

Zusammenhang zwischen multipler Sklerose und Blutgerinnungssystem

Freitag, 27. Mai 2016

Duisburg/Essen/Münster – Einen Zusammenhang zwischen dem Blutgerinnungssystem und der Entstehung der multiplen Sklerose (MS) beschreiben Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) zusammen mit Kollegen der Universität Münster im Fachmagazin Nature Communications (2016; doi: 10.1038/ncomms11626).

„Wir konnten jetzt als Erste zeigen, dass ein bestimmter Bestandteil des Blutgerinnungssystems, der Blutgerinnungsfaktor XII (FXII), für die MS-Entstehung mitverantwortlich ist. Das ist völlig neu“, sagte Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen.

Die Forscher konnten nachweisen, dass der FXII-Spiegel im Blut von MS-Patienten während eines akuten Krankheitsschubes besonders hoch ist. Außerdem zeigten im Tierexperiment MS-kranke Mäuse ohne FXII-Gen deutlich weniger neurologische Ausfallsymptome im Vergleich zu MS-Mäusen mit dem FXII-Gen. Bei ersteren bildeten sich weniger Interleukin-17A produzierende T-Zellen, die eine zentrale Rolle in der MS-Entstehung spielen. Darüber konnten die Forscher zeigen, dass FXII das Immunsystem bei MS über bestimmte Antigen-präsentierende Zellen aktiviert, die dendritischen Zellen.

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„Unter therapeutischen Gesichtspunkten hochspannend und relevant erscheint die Tatsache, dass wir im Tiermodell FXII durch eine neuartige Substanz, das Protein Infestin-4, hemmen konnten, das ursprünglich aus einer blutsaugenden Raubwanze gewonnen wurde“, erklärt Kleinschnitz. Die Blockade des FXII mittels Infestin-4 war auch dann noch wirksam, wenn die neurologischen Symptome bereits ausgebrochen waren.

„Wir wollen allerdings keine falschen Hoffnungen wecken. Bis tatsächlich ein Medikament zur Verfügung steht, wird es bestimmt noch einige Zeit dauern“, sagte Kleinschnitz. © hil/aerzteblatt.de

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