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Medizin

Früher Behandlungsbeginn entscheidend für Lebensqualität von Parkinsonpatienten

Dienstag, 31. Mai 2016

Kopenhagen – Je früher Parkinson diagnostiziert und adäquat therapiert wird, desto besser ist die langfristige Lebensqualität von Patienten mit der Erkrankung. „Glücklicher­weise gelingt es uns dank neuester Erkenntnisse und Methoden immer besser, die Entstehungsmechanismen dieser Erkrankung zu entschlüsseln und Menschen mit potenziellem Parkinsonrisiko frühzeitig zu identifizieren“, sagte der Präsident der European Academy of Neurology (EAN), Günther Deuschl, beim zweiten EAN-Kongress Ende Mai in Kopenhagen.

Immer mehr Untersuchungen zeigen laut dem Bewegungsstörungs-Experten, dass eine Reihe von Symptomen zum Teil bereits viele Jahre vor der nachweisbaren Degeneration von Nervenzellen und den typischen motorischen Störungen auftreten. Dazu gehören ein gestörter Geruchsinn, Verstopfung, Schwindel und Harnentleerungsstörungen. Auch eine besondere Form von schlaf-assoziierten Störungen – die REM-Schlaf-Verhaltens­störung – zählt laut Deuschl dazu. Bei Gesunden ist in dieser Schlafphase die Motorik gehemmt, die von dieser Störung Betroffenen lebten ihr Traumgeschehen jedoch körperlich aus.

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Einen wichtigen Fortschritt in Bezug auf die Früherkennung stellt laut Deuschl die Definition von Diagnose-Kriterien für die prodromale Phase der Parkinson-Krankheit dar, also eine sehr frühe Phase, in der eine klassische klinische Diagnose auf Basis motorischer Symptome noch nicht möglich ist (Lancet Neurology, 2016; doi.org/10.1016/S1474-4422(16)00116-2).

„Da es bisher noch keine verlässlichen Tests zur Früherkennung von Parkinson gibt, mussten sich die Ärzte bisher auf ihre Erfahrung verlassen. Wir haben nun einen für die Neurologie völlig neuen Ansatz entwickelt, der klinische Untersuchungen und statistische Wahrscheinlichkeitsrechnung miteinander verbindet“, so Deuschl. Ausgangspunkt ist die altersentsprechende Wahrscheinlichkeit des Individuums, die Erkrankung zu bekommen.

Danach werden so viele diagnostische Informationen wie möglich gesammelt und ebenfalls mathematisch nach einem Wahrscheinlichkeitsquotienten bewertet. Das können Umwelt-Risiken sein wie Rauchen oder Koffeinkonsum, genetische Faktoren, die Ergebnisse von Biomarker-Tests oder prodromale Symptome wie Verstopfung oder Geruchsstörungen. So können Risikofaktoren in negativer aber auch positiver Richtung in die Bewertung eingehen. © hil/aerzteblatt.de

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