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Ausland

Europa mit zunehmendem Drogenproblem konfrontiert

Mittwoch, 1. Juni 2016

/dpa

Brüssel/Lissabon – Der Drogenmissbrauch in Europa steigt. „Neue psychoaktive Substanzen, Stimulanzien, Heroin und andere Opioide werden weiterhin in starkem Maße nachgefragt und angeboten, was erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit hat“, sagte der Innenkommissar der Europäischen Union (EU), Dimitris Avramopoulos, bei der Vorstellung des sogenannten Drogenberichts 2016 in Lissabon.

Erstellt hat den Bericht die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogen­sucht. Danach starben im Jahr 2014 in der EU rund 6.800 Menschen aufgrund von Über­dosierungen. Wie in den Vorjahren entfiel ein großer Teil der insgesamt verzeichne­ten Todesfälle auf das Vereinigte Königreich (36 Prozent) und Deutschland (15 Prozent).

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Laut dem Bericht werden in Europa im Augenblick über 560 neue psychoaktive Substanzen beobachtet. 2015 wurden 98 neue Substanzen erstmals gemeldet.

Besondere Sorge bereitet den Epidemiologen in der Beobachtungsstelle der sogenannte MDMA-Konsum, häufig auch „Ecstasy“ genannt. „Es gibt Anzeichen dafür, dass MDMA keine Nischendroge mehr darstellt, die nur von bestimmten Subkulturen und in Tanzclubs konsumiert wird, sondern ihr Konsum ein breiteres Spektrum junger Menschen in gewöhnlichen Nachtlokalen wie Bars sowie auf Partys betrifft“, erläutert die Beobachtungsstelle.

„Aufgrund des Vormarschs von MDMA müssen bestehende Maßnahmen zur Prävention und Schadensminimierung überdacht werden, um die Maßnahmen auf eine neue Population von Konsumenten abzustimmen, die womöglich hoch dosierte Produkte konsumieren, ohne die damit verbundenen Risiken hinreichend zu kennen“, sagte Alexis Goosdeel, Direktor der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht.

„Außerordentlich besorgniserregend“ sei, dass MDMA in etabliertere soziale Milieus vordringe und zunehmend über Online-Märkte angeboten werde. „Der Bericht führt uns vor Augen, dass einige der seit Langem bestehenden Probleme noch immer nicht gelöst sind, während gleichzeitig neue Bedrohungen zutage treten, vor allem die fortschreiten­de Entwicklung des Marktes für synthetische Drogen“, sagte die Vorsitzende des Verwal­tungsrates der Beobachtungsstelle, Laura d’Arrigo. © hil/aerzteblatt.de

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