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Erste Anzeichen für einen Aufwärtstrend bei Organspenden

Donnerstag, 2. Juni 2016

Berlin – Auf eine Trendwende bei den Organspendezahlen hofft die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). „Nachdem die Organspendezahlen in den letzten Jahren mitunter stark rückläufig waren, haben sich 2015 erste Signale im Hinblick auf eine Stabilisierung angedeutet“, heißt es in dem neuen Jahresbericht 2015 der Organisation. Erstmals seit vier Jahren habe es einen leichten Anstieg bei der Anzahl der Organ­spenden gegeben. „Ob daraus wieder ein positiver Trend erwächst, bleibt zu hoffen“, so die DSO in ihrem Bericht.

So gab es 2010 noch 1.296 Organspender, die insgesamt 4.205 Organe postmortal spendeten. Ihre Zahl sank auf 864 Personen im Jahr 2014 und hat sich im vergangenen Jahr laut der DSO auf 877 leicht gesteigert.

Den Aufwärtstrend unterstützen soll der Tag der Organspende, der jedes Jahr am ersten Samstag im Juni stattfindet. „Organspende rettet Leben! Ich wünsche mir daher, dass sich immer mehr Menschen mit dem Thema Organspende befassen, die Informations­angebote wahrnehmen und mit ihren Familien und im Freundeskreis darüber sprechen“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU). Er betonte, „am besten ist es, eine persönliche Entscheidung in einem Organspendeausweis festzuhalten!“

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Ähnlich äußerte sich der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery. „Wer nach seinem Tod Organe spendet, schenkt anderen Menschen Leben“, sagte er. Dass nur 32 Prozent der Menschen einen Organspendeausweis besäßen, müsse „Ansporn und Motivation sein, weiter für dieses wichtige Thema zu werben“.

Montgomery wies darauf hin, dass auf der Warteliste mehr als 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan hoffen, gleichzeitig pro Jahr aber nur knapp 3.000 Organe transplantiert werden. „Den Menschen auf der Warteliste läuft die Zeit davon. Sie sind darauf angewiesen, dass sich jeder einzelne ernsthaft mit dem Thema Organ­spende auseinandersetzt. Wer in einem Organspendeausweis dokumentiert, ob er für eine Spende bereit ist oder nicht, nimmt auch seinen Angehörigen eine schwierige Entscheidung ab“, so Montgomery.

Mit Blick auf die erfolgreiche Aufarbeitung des Transplantationsskandals stellte der BÄK-Präsident klar: „Die Transplantationsmedizin in Deutschland war noch nie sicherer als heute.“ Dies zeige auch der aktuelle Bericht der Bundesregierung über die nach dem Skandal eingeleiteten Reformmaßnahmen. Darin werde den Kontrollgremien der Selbst­verwaltung eine effektive und professionelle Arbeitsweise attestiert.

In diesem Jahr wird am Tag der Organspende eine Großveranstaltung in München auf das Thema hinweisen. Bei der Aktion „Geschenkte Lebensjahre“ versammeln sich dabei Organempfänger auf der Bühne – jeder mit einem Schild, auf dem die individuelle Anzahl seiner geschenkten Jahre steht. „Mit dieser Aktion wollen wir erlebbar machen, was Organspende und Transplantation bewirken können“, erklärt Axel Rahmel, medizinischer Vorstand der DSO. Denn trotz der positiven Signale sei die Situation nach wie vor angespannt: „Über 10.000 Patienten stehen auf der Warteliste für ein Organ“, betonte Rahmel. © hil/aerzteblatt.de

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